Der Arbeitsmarkt im Februar: Zahl der Arbeitslosen im Februar gesunken

„Der Arbeitsmarkt in der Mecklenburgischen Seenplatte hat im Hochwintermonat Februar wieder Fahrt aufgenommen. Im Vergleich zum Februar vor einem Jahr waren 1.679 Menschen weniger arbeitslos. Auch konnte der Winter den Bedarf der Unternehmen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht bremsen. Nimmt man noch die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften, die Zunahme bei den bestehenden offenen Stellen und die weiter wachsende Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen dazu, lässt sich mit Fug und Recht feststellen: Der Arbeitsmarkt ist positiv in Bewegung und bietet viele Chancen. Aber: Die Fachkräftesicherung wird zur größten Herausforderung der kommenden Jahre,“ sagte der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Thomas Besse, heute in Neubrandenburg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Übeblick:

  • Insgesamt 13.381 Arbeitslose: ein Minus zum Vormonat (-71), ein Minus zum Februar 2018 (-1.679)
  • Arbeitslosenquote in der Seenplatte 10,1 Prozent
  • 2.524 freie Stellen warten auf Bewerberinnen und Bewerber – schlechtere Chancen für Ungelernte
  • Arbeitslosigkeit Älterer (50 Jahre und älter) nimmt weiter ab (-9 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
  • Im Vorjahresvergleich: Langzeitarbeitslosigkeit sinkt um 11 Prozent
  • Im Vorjahresvergleich: weniger Entlassungen
  • Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr in allen Regionen in der Seenplatte. Stärkster Rückgang in der Region Malchin (-16 Prozent)

Im Februar waren in der Seenplatte 13.381 Menschen ohne Job. 71 weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,1 Prozent. Im Februar 2018 lag die Quote bei 11,2 Prozent.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Neubrandenburger Arbeitsagentur Thomas Besse: „Üblicherweise lassen in den Wintermonaten die wirtschaftlichen Aktivitäten allgemein nach und Neueinstellungen werden aufgeschoben. Anders in diesem Februar. Trotz Hochwintermonat Februar ist die Zahl der arbeitslosen Menschen von Januar auf Februar gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.679 Arbeitslose weniger.“

Für den Arbeitsagentur-Chef kommen die gesunkenen Arbeitslosenzahlen nicht überraschend. „Die Vorzeichen waren günstig. Das offene Wetter hat die Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich früher beginnen lassen. Das lassen die Stellenzugänge im Monat Februar für den grünen Bereich und das Bau- und Gastgewerbe erkennen.“

Als untrügliches Zeichen für die bereits begonnene Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt deutet der Agenturchef Chef, dass die so genannte „Rückholaktion“ bereits begonnen hat. Auch die Zahl der Entlassungen geht deutlich zurückgeht.

Dagegen ist die Zahl der Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden konnten, gestiegen und liegt damit weit über dem Vormonatsniveau. „Wir beobachten, dass insbesondere Arbeitgeber in witterungsabhängigen Bereichen begonnen haben, ihre entlassenen Arbeitskräfte zurückzuholen.“

Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Jahr 2019 sagt Besse: „Das Ausmaß der Frühjahrsbelebung im März/April wird besseren Aufschluss über die Entwicklung im Jahr 2019 geben.“

Der Arbeitsmarkt in der Seenplatte bietet laut Besse noch viele Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme, insbesondere für Fachkräfte. „Das berücksichtigen wir bei der Förderung und unterstützen erforderlichenfalls arbeitslose Menschen – insbesondere Ungelernte – dabei, mit einer Qualifizierung wieder fit für den Arbeitsmarkt zu werden“, so Besse. Im Februar starteten fast 200 Menschen eine berufliche Weiterbildung. Insgesamt bilden sich 930 arbeitslose Frauen und Männer in einem von Arbeitsagentur oder Jobcenter finanzierten Weiterbildungslehrgang fort.

Um den Fachkräftebedarf der Betriebe zu sichern, aber auch um das individuelle Risiko der Arbeitslosigkeit zu mindern, „fördern wir auch Unternehmen bei der Qualifizierung ihrer ungelernten und älteren Beschäftigten“, betont Besse.

Dass dies in vielen Fällen notwendig ist, belegt Besse mit einem Blick auf die Qualifikationsstruktur der Arbeitslosen: „Drei von zehn Arbeitslosen im Landkreis haben keinen Berufsabschluss. Für diese Menschen besteht ein hohes Arbeitsmarktrisiko. Wenn dann auch noch ein Schulabschluss fehlt und weitere Vermittlungshemmnisse dazukommen, wird der Markt enger. „Ein fehlender Schulabschluss und ein fehlender Berufsabschluss in Verbindung mit langen Zeiten der Arbeitslosigkeit erweisen sich oft als die drei größten Hindernisse auf dem Weg zurück in Arbeit“, weiß Besse.

Zu- und Abgänge

Insgesamt haben sich im Februar 1.091 Menschen nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos gemeldet. Das waren 930 weniger als im Vormonat und 65 weniger als im Februar 2018.

745 haben einen Arbeitsplatz gefunden. Das waren 137 mehr als im Januar und 59 weniger als im Februar 2018.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Die Arbeitslosenquote der Jüngeren ist um 0,8 Prozentpunkte zum Vorjahr gesunken. Damit liegt sie 2 Prozent über dem Wert der allgemeinen Quote.

Die Zahl der Älteren (50 Jahre und älter) sank im Vergleich zum Vorjahr um 581 auf 5.591. Die anteilige Arbeitslosenquote ist um 0,9 Prozentpunkte zum Vorjahr gesunken. Damit liegt sie auf dem Niveau der allgemeinen Quote.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten, waren im Februar 4.803 Menschen arbeitslos. 14 weniger als im Vormonat und 475 weniger als im Februar 2018. Das entspricht einem Rückgang von 9 Prozent.*

Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II – umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt – lag im Februar bei 8.578 Arbeitslosen. 57 weniger als im Januar und 1.204 weniger als im Februar 2018. Das entspricht einem Rückgang von 12,3 Prozent.*

*Seit dem 1. Januar 2017 werden die sogenannten „Aufstocker“ (Parallelbezieher von ALG und ALG II) vermittlerisch durch die Arbeitsagenturen betreut und deshalb künftig im Rechtskreis SGB III als arbeitslos gezählt (zuvor: im SGB II). Das muss bei der Interpretation von Vergleichen mit davorliegenden Zeiträumen berücksichtigt werden.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Im Februar konnten 4.281 Männer und Frauen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt werden. Darunter 1.014 Menschen, denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wurde. 930 wurden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistischeres Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Dabei werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Februar bei 17.213 Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 3.832 höher und die Arbeitslosenquote bei 12,7 Prozent.

2.500 offene Stellen

Aktuell gibt es 2.524 offene Stellen. Besonders gesucht werden Arbeitskräfte in Callcentern und der Zeitarbeit, im Gesundheit- und Sozialwesen sowie im verarbeiteten Gewerbe. Es folgen Berufe im Gastgewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und im Baugewerbe.

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks

Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Februar relativ einheitlich. In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang zu verzeichnen. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Malchin; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 16 Prozent. Demgegenüber steht die Entwicklung in Altentreptow mit einer Abnahme von 8 Prozent.

Ausländerarbeitslosigkeit:

Insgesamt sind 794 Ausländer arbeitslos gemeldet. Das sind 63 weniger als im Februar des Vorjahres. Jeder zweite (60 Prozent) arbeitslos gemeldete Ausländer lässt sich auf die Flüchtlingseffekte aus den sogenannten außereuropäischen Asylzugangsländern* zurückführen.

Derzeit sind Arbeitslosenquoten für Ausländer aufgrund der starken Zuwanderung verzerrt. Sie werden deshalb unterhalb der Bundesländerebene nicht ausgewiesen. Bis auf weiteres werden betroffene Werte daher nicht angezeigt („X“) bzw. insgesamt betroffene Zeilen oder Spalten ausgeblendet.

*Das Aggregat beinhaltet die 8 nichteuropäischen Herkunftsländer, deren Bürger/-innen in den letzten Jahren die meisten Asylerstanträge gestellt haben. Es umfasst folgende Länder: Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.