Gedenken an die lesbischen Frauen im FrauenKZ Ravensbrück/Neubrandenburg

Das Netzwerk queerNB wird am internationalen Frauentag (8. März) den im Konzentrationslager Ravensbrück/Neubrandenburg internierten lesbischen Frauen gedenken. Dazu ist die Teilnahme und Kranzniederlegung an der vom Demokratischen Frauenbund e. V. (dfb) veranstalteten Gedenkveranstaltung für die Opfer des KZ Ravensbrück Neubrandenburg am Frauenehrenmal in der Neubrandenburger Oststadt geplant. Bei der um 10 Uhr beginnenden Veranstaltung wird Brigitte Triems, die dfb-Bundesvorsitzende, eine Gedenkrede halten. Zudem wird aus der dfb-Dokumentation „Wo es nichts zu weinen gibt“ gelesen.

Die Erinnerung an die im Konzentrationslager Ravensbrück internierten Lesben ist seit Jahrzehnten höchst umstritten. In den 1980er Jahre versuchte erstmals die Ost-Berliner Gruppe „Lesben in der Kirche“ in der „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück“ an die lesbischen Opfer zu erinnern. Dabei wurden die Frauen teilweise bereits bei ihrer Anreise am Bahnhof Fürstenberg durch Polizisten abgefangen und stundenlang verhört. Später wurden niedergelegte Kränze vernichtet und Einträge in das Gedenkbuch entfernt. Bis heute gibt es in Ravensbrück keine würdige Form des Gedenkens an die lesbischen Opfer. Erst im Oktober 2018 scheiterte der Vorschlag, eine Gedenkkugel für die ermordeten lesbischen Frauen zu installieren.

Historikerinnen betonen, dass homosexuelle Frauen zwar anders als homosexuelle Männer von den Nazis zwar nicht aufgrund des Strafgesetzbuch-Paragrafen 175 verfolgt wurden, aber ihr Lesbisch-Sein ein Faktor war, der dazu beitragen konnte, im Konzentrationslager zu landen. Dort trugen Lesben nicht den Rosa-Winkel, sondern wurden u. a. mit einem schwarzen Winkel als „Asoziale“ gekennzeichnet. Diese Unsichtbarkeit führt bis heute zu einer Marginalisierung dieser Gefangengruppe in der Erinnerungskultur.