Berufliche Orientierung an den Schulen wird verstärkt

Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Berufliche Orientierung in der gymnasialen Oberstufe. Im kommenden Schuljahr wird Berufliche Orientierung in der Qualifikationsphase sogar Schulfach. Dann steht es für die Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 11 als Grundkurs auf dem Stundenplan.

Die Berufliche Orientierung nahm auch der diesjährige Schulkongress im Audimax der Universität Rostock in den Blick, bei dem sich 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgetauscht haben.

„Eine gute Berufliche Orientierung in der Schule ist wichtig, weil Schülerinnen und Schülern heutzutage viele Wege offen stehen“, betonte Bildungsministerin Bettina Martin. „Dabei kommt es darauf an, dass wir Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf noch besser begleiten. Es geht darum, Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, die Weichen für eine selbstbestimmte Zukunft zu stellen. An unseren Schulen passiert da schon sehr viel. So bieten Lehrerinnen und Lehrer an Regionalen Schulen, Gymnasien und Gesamtschulen gemeinsam mit Partnern, zum Beispiel aus der Wirtschaft, zahlreiche Projekte und Aktivitäten zur Beruflichen Orientierung an. Ausbildung und Studium sind gleichwertige Perspektiven. Dieses Signal soll vom Schulkongress heute ausgehen“, sagte Martin.

Auf dem Schulkongress wurde den Lehrerinnen und Lehrern auch das neue landesspezifische Handbuch „Berufliche Orientierung wirksam begleiten – Module für die gymnasiale Oberstufe in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgestellt. Erarbeitet wurde es von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Bildungsministeriums wurde das Handbuch an die Besonderheiten des Landes angepasst. Mecklenburg-Vorpommern folgt damit der Praxis der anderen 15 Länder. Finanziert wurde das Projekt in MV durch die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit in Kiel.

„Die Herausforderungen für Abiturientinnen und Abiturienten am Übergang von der Schu­le in den Beruf sind aktuell größer denn je“, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann. „Auf der einen Seite die Vielfalt an möglichen Ausbildungs- und Studienangeboten – es gibt mehrere tausend Studiengänge und über 350 Ausbil­dungsberufe – auf der anderen Seite junge Menschen mit ihren jeweiligen Talenten und Vor­lieben. Beides muss miteinander abgeglichen und möglichst in Einklang gebracht werden. Ausgerichtet an diesem Anspruch haben wir gemeinsam für Mecklenburg-Vorpommern das vor­liegende Handbuch erstellt. Es ist eine wahre ‚Fundgrube‘, die packende Unter­richts­einheiten, tolle Ideen und fundierte Informationen enthält.“ Gleichzeitig möchte ich die Chance nutzen“ – so Haupt-Koopmann weiter – „um in diesem Zusammen­hang noch kurz auf unser neues Selbsterkundungstool (SET) hinzuweisen. Mit ihm können Schülerinnen und Schüler online testen, welche Fähigkeiten, Stärken und Interessen sie besitzen, und welche Studiengänge oder Ausbildungsberufe auf Basis des dabei erstellten individuellen ‚Kompetenzprofils‘ besonders gut zu ihnen passen.“

Saskia Wittmer-Gerber von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft hebt hervor: „Durch unsere langjährigen Erfahrungen aus verschiedenen Förderprogrammen für junge Menschen wissen wir, wie entscheidend eine intensive Begleitung am Übergang von der Schule ins Berufsleben ist. Wir freuen uns sehr, dass wir die aus dieser Erfahrung entstandenen Konzepte und Methoden jetzt weitertragen können und so gemeinsam mit den vielen beteiligten Partnern alle Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe in Mecklenburg-Vorpommern in der Beruflichen Orientierung unterstützen können.“