Gute Stimmung in der regionalen Wirtschaft, aber vorsichtige Einschätzung der weiteren Entwicklung

„Die Stimmung in der Wirtschaft der IHK-Region stellt sich aktuell besser dar als in Deutschland insgesamt“, stellt Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern fest. Seine Einschätzung resultiert aus den Ergebnissen der aktuellen Konjunkturumfrage, die am 29. Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die IHK hat rund 800 Unternehmen der Wirtschaftszweige Industrie, Bau, Handel, Verkehr, Gastgewerbe und Dienstleistungen befragt. Insgesamt 264 Firmen haben geantwortet. Dass sich die Stimmung in der regionalen Wirtschaft derzeit so positiv darstellt, liegt in erster Linie an ihrer Struktur. Dadurch profitiert sie stärker vom privaten Konsum als die Wirtschaft im Bundesdurchschnitt. Das kräftige Wachstum des privaten Konsums in diesem Jahr hat den Firmen in der IHK-Region starke Impulse verliehen und so dämpfende Einflüsse aus der übrigen bundesdeutschen Wirtschaft und dem Ausland ausgeglichen.

So beurteilen 94 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als „befriedigend“ und „besser“. Bei der Frage der Erwartungen für die kommenden zwölf Monate äußern sich die Unternehmen allerdingst vorsichtiger als in der Frühjahrsumfrage 2019. Das lässt sich jedoch nicht als rezessive Tendenz interpretieren. Dafür spricht, dass die Firmen die Beurteilung der Auftragslage optimistisch einschätzen: 56 Prozent sagen, dass ihre Auftragslage „gut“ ist, 35 Prozent schätzen sie als „befriedigend“ ein. Das entspricht annähernd den Beurteilungen der Auftragslage seit Frühsommer 2018.

Auf die Frage nach den Risiken für die wirtschafltiche Entwicklung geben 63 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel an. Dieser steht klar an der Spitze der Geschäftsrisiken. Der Fachkräftemangel wiederum übt Druck auf die Arbeitskosten aus. Gut die Hälfte der Unternehmen erachtet dies als ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung. Die Energie- und Rohstoffpreise stehen an dritter Stelle unter den Risiken für die Geschäftsentwicklung, werden nun aber – anders als noch bei der Vorumfrage – dicht gefolgt von der Inlandsnachfrage. Hierin zeigt sich die Sorge der hiesigen industriellen Zulieferunternehmen und industrienahen Dienstleistungen über die gedämpften gesamtdeutschen Konjunkturerwartungen.

Am stärksten geändert hat sich die Beurteilung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Während bei der Vorumfrage 21 Prozent der Unternehmen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung sahen sind es nun 28 Prozent. Am häufigsten beklagen die Unternehmen die Gefahr einer steigende Steuerlast, den hohen bürokratischen Aufwand und die Belastungen durch die Energie- und Umweltpolitik. Im Vergleich zur gesamtdeutschen Betrachtung spielt der Außenhandel eine geringe Rolle in der IHK-Region. Trotz der schwelenden weltweiten Handelskonflikte und der nachlassenden Weltkonjunktur und dem drohenden harten Brexit erwarten mehr Unternehmen steigende als sinkende Exporte.

Die Detailergebnisse für die Branchen finden Sie auf den Internetseiten der IHK: http://www.neubrandenburg.ihk.de

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