Oktober-Arbeitslosigkeit: Quote bei 7,9 Prozent – Goldener Oktober auf dem Arbeitsmarkt

„Der Arbeitsmarkt in der Mecklenburgischen Seenplatte ist in guter Verfassung und profitiert im Oktober von der fortsetzenden Herbstbelebung. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter. Besonders freut mich der starke Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit um 692 im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings sind hierzulande Menschen ohne Berufsabschluss besonders von Arbeitslosigkeit besonders betroffen“, sagte der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Thomas Besse, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Seenplatte im Überblick

  • Insgesamt 10.414 Arbeitslose: ein Minus von 770 im Vergleich zum Oktober 2018
  • Arbeitslosenquote aktuell bei 7,9 Prozent
  • über 2.700 freie Arbeitsstellen gemeldet
  • Jugendliche unter 25 Jahre profitieren (-36 zum Vormonat)
  • Stärkster Rückgang der Arbeitslosigkeit in Altentreptow (- 1,3 Prozent zum Vorjahr)
  • Mit 5,8 Prozent niedrigste Arbeitslosenquote in Röbel – Höchste mit 11,3 Prozent in Demmin

Im Oktober waren in der Seenplatte 30 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im September. Insgesamt 10.414. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres 770 Arbeitslose weniger.

„Die Arbeitslosenzahlen sind Dank des Herbstaufschwungs kräftig gesunken. Die Quote liegt, wie im Vormonat, bei 7,9 Prozent. Zudem gibt es mit 92.628 so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wie noch nie (Stand: 31. März 2019). Ein Signal dafür, dass es der Wirtschaft im Landkreis gut gehe“, so bilanzierte der Agenturchef die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Herbstmonat Oktober.

Das Arbeitslosigkeitsrisiko hängt eng mit der Qualifikation zusammen

„Je niedriger die Qualifikation, desto schwieriger ist die Position auf dem Arbeitsmarkt. Menschen ohne Berufsabschluss sind von Arbeitslosigkeit besonders betroffen“, sagte der Agenturchef,

Fachkräfteengpässe führen zunehmend zu Problemen

Die Zahlen zeigen weiter, dass Fachkräftemangel in einzelnen Berufen und Regionen zunehmend zu einem Problem wird. Hier gilt es, zusammen mit allen Partnern am Arbeitsmarkt eine gemeinsame Fachkräftestrategie zu entwickeln, um vorhandene Potentiale durch bessere Bildung, Qualifizierung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu aktivieren. „Mit dem Qualifizierungschancengesetz ist ein wichtiger Meilenstein auf den Weg gebracht worden, um zu verhindern, dass der Fachkräftemangel zu einer Wachstumsbremse im Landkreis wird“, sagt Besse.

Schlechtwetterzeit wird Zahl der Arbeitslosen steigen lassen

Die Arbeitskräftenachfrage wird, so Besse, vor dem Hintergrund der so genannten Schlechtwetterzeit in den nächsten Monaten zurückgehen. „Für den November rechne ich schon mit einem Rückgang. Eine spürbare Verbesserung dürfte erst die Frühjahrsbelebung im kommenden Jahr bringen“, so der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur.

Zu- und Abgänge

858 Männer und Frauen mussten sich im Oktober nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 106 (- 11 Prozent) weniger als im Oktober 2018.

731 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 21 (- 2,8 Prozent) weniger als im Oktober 2018.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten waren im Oktober 2.918 Menschen arbeitslos. 40 weniger als im Vormonat und 142 weniger als im Oktober 2018. Das entspricht einem Rückgang von 4,6 Prozent. *

Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II – umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt – lag im Oktober bei 7.496 Arbeitslosen. 70 mehr als im September und 628 weniger als im Oktober 2018. Das entspricht einem Rückgang von 7,7 Prozent. *

*Seit dem 1. Januar 2017 werden die sogenannten „Aufstocker“ (Parallelbezieher von ALG I und ALG II) vermittlerisch durch die Arbeitsagenturen betreut und deshalb künftig im Rechtskreis SGB III als arbeitslos gezählt (zuvor: im SGB II). Das muss bei der Interpretation von Vergleichen mit davorliegenden Zeiträumen berücksichtigt werden.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Im Oktober konnte mit dem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente für 4.385 Personen Arbeitslosigkeit beendet oder verhindert werden. Darunter 1.295 Menschen, denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wurde. 792 Männer und Frauen wurden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Insgesamt 137 Förderungen weniger als vor einem Jahr.

Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 3.482 höher und die Arbeitslosenquote bei 10,3 Prozent.

Geldleistungen

Insgesamt 2.756 Personen erhielten im Oktober 2019 Arbeitslosengeld, 43 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Oktober bei 16.432. Gegenüber Oktober 2018 war dies ein Rückgang von 2.256 Personen.

Gemeldete Arbeitsstellen:  Die Zeitarbeit gehört zu den Branchen, in denen der Bedarf an Arbeitskräften mit am höchsten ist.

Die insgesamt positive Entwicklung zeige sich auch in den Stellenmeldungen. „Seit Jahresbeginn haben die Betriebe den gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams der Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis 8.235 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote gemeldet. Die Zahl liegt damit um 110 über dem Vorjahreswert.

Die größte Nachfrage gab es im Oktober aus den Bereichen: Zeitarbeit (928 freie Stellen im Bestand); im verarbeitenden Gewerbe (265); im Gesundheits- und Sozialwesen (288); im Baugewerbe (299) und Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (268).

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks

In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang zu verzeichnen. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Altentreptow; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 18,1%.

Ausländerarbeitslosigkeit

Im Oktober waren in der Seenplatte 696 Ausländer (-63 zum Vorjahresmonat) arbeitslos gemeldet. Jeder zweite arbeitslos gemeldete Ausländer lässt sich auf die Flüchtlingseffekte aus den sogenannten außereuropäischen Asylzugangsländern* zurückführen.

Derzeit sind Arbeitslosenquoten für Ausländer aufgrund der starken Zuwanderung verzerrt. Sie werden deshalb unterhalb der Bundesländerebene nicht ausgewiesen. Bis auf weiteres werden betroffene Werte daher nicht angezeigt („X“) bzw. insgesamt betroffene Zeilen oder Spalten ausgeblendet.

*Das Aggregat beinhaltet die 8 nichteuropäischen Herkunftsländer, deren Bürger/-innen in den letzten Jahren die meisten Asylerstanträge gestellt haben. Es umfasst folgende Länder: Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.

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