28. dokumentART: Die Gewinner/innen

TRACING ADDAI von der deutschen Filmemacherin Esther Niemeier gewinnt den Hauptpreis, Neubrandenburger Filmemacherin Anne-Christine Plate erhält lobende Erwähnung
Bei der feierlichen Preisverleihung der 28. dokumentART – films & future wurden am Sonnabend-Abend im Cinestar Neubrandenburg die fünf Preise im Gesamtwert von 10.000 EURO sowie eine lobende Erwähnung vergeben. Moderiert wurde das Programm von Moderator, Schauspieler und Autor Max Moor.Der mit 5.000 EURO dotierte Hauptpreis, verliehen von einer internationalen Jury, ging an TRACING ADDAI von der deutschen Filmemacherin Esther Niemeier. In dem animierten kurzen Dokumentarfilm verfolgt Niemeier den Weg eines jungen Mannes, der sich dem IS anschließt, um in Syrien zu kämpfen.

Übersicht der Preisträger/innen:

Preise der Internationalen Jury
Jurymitglieder: Kornel Miglus, Margit Schild, Elmar Szücs, Maryam Tafakory, Daniel Yacavone

Latücht-Preis des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern / 5.000 EUR
TRACING ADDAI von Esther Niemeier (Deutschland, 2018, 29’54 Min.)
Jurybegründung: „Wir vergeben den Hauptpreis an den Film, der uns am meisten berührt hat. Über das persönliche Drama hinaus ist der Film sowohl ästhetisch formal innovativ als auch direkt emotional ansprechend. Er nimmt uns mit auf eine kraftvolle und verstörende Reise und erkundet dabei Themen wie Eltern-Kind-Beziehung, psychische Erkrankung, Entfremdung und Radikalisierung. Das Werk zeichnet ein scharfes Bild soziopolitischer Zusammenhänge und zeigt damit die Verantwortung für die Zukunft, die bei uns allen liegt.”

Preis der Stadt Neubrandenburg / 2.000 EUR
BIOTOPE (BIOTOP) von Paul Scholten (Deutschland, 2018, 10 Min.)
Jurybegründung: „Wir vergeben den Preis der Stadt Neubrandenburg an einen Film, der ein regionales Ereignis in Süddeutschland in eine starke Metapher für unsere gegenwärtige weltweite Situation übersetzt – mit einer eleganten, minimalistischen Ästhetik, einem Hauch von absurdem Humor, ausgestattet mit messerscharfer Ironie und einer kraftvollen Untertreibung. Die Mauer, mit der wir im Film konfrontiert werden, ist die physische Manifestation von Ängsten, die jedes Maß überschritten haben und bereits in einzelne menschliche Biotope eingedrungen sind.”

Lobende Erwähnung
IKTAMULI von Anne-Christine Plate (Deutschland, 2019, 5’28 Min.)

Preis des Studierendenwerkes Greifswald / 1.000 EUR
Vergeben von Studierenden der Hochschule Neubrandenburg und Universität Greifswald. Jurymitglieder: Konrad Bossmann, Fabian Linden, Sophie Loebjinski, Isa Radau, Olivia Schuster.
TRAITOR (REETUR) von Philip Kaat und Ali Moniri (Estland, 2018, 13 Min.)
Jurybegründing: „Einen Film zu finden, der die Zukunft von jungen Menschen in besonderer Weise in den Fokus nimmt, war sehr schwierig, da viele Aspekte dort reinspielen. In dem Film, den wir auszeichnen wollen, werden wir als Publikum in eine Situation geworfen, in die jeder von uns geraten könnte. Der Film thematisiert dabei Zivilcourage, Generationskonflike, Alltagsrassismus, plötzliche Flucht und die zunehmende Relevanz der Technik. Die Zuschauenden finden sich, wie die Protagonist*innen in Situationen wieder, in der eine schnelle Entscheidung getroffen werden muss.”
Preis des Latücht e.V. / 1.000 EUR
Vergeben von Mitgliedern des Latücht e.V. Der Preis würdigt den Film, der am überzeugendsten Menschen dazu ermutigt, sich gesellschaftlich und ökologisch zu engagieren.
HAMAMA & CALUNA von Andreas Anouk Muggli (Schweiz, 2018, 22’40’’)
Jurystatement: „Dieser Film zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie ein Mensch seine persönlichen Pläne über den Haufen wirft und sich auf eine Reise mit ungewissem Ausgang einlässt. Der Film erhält den Preis für den Mut und die Offenheit sich zu engagieren, auf erster Ebene in sozialer Hinsicht, aber auch im Kontext von Ereignissen von globalem Ausmaß, die unter anderem auf Klimakatastrophen und dem ausbeuterischen Kampf um Ressourcen basieren.”
Publikumspreis des Norddeutschen Rundfunks (NDR) / 1.000 EUR
THE SCHOOL TRIP (LA GITA) von Salvatore Allocca (Italien, 2018, 14’35 Min.)

Festivalmacher zu Besuch beim Quartiersfrühstück

Das Quartiersmanagement Nordstadt – Ihlenfelder Vorstadt lädt am Donnerstag, 10. Oktober 2019 im Zeitraum von 10:00 bis 12:00 Uhr zum monatlichen „Quartiersfrühstück“ ins Quartiersmanagement (Ravensburgstraße 23a) ein.

Thema wird das in Neubrandenburg bereits zum 28.Mal stattfindende Filmkunstfestival „dokumentART“ sein. Die dokumentART – films & future ist mit über 80 internationalen Dokumentarfilmen, Kurzspielfilmen und Animationen für die Stadt Neubrandenburg und die gesamte Region eine der bedeutendsten Kulturveranstaltungen. Der Fokus des Filmfestivals liegt dabei nicht nur auf Filmkunst, sondern auch speziell auf Zukunftsfragen und Nachhaltigkeit. Gemeinsam mit den Festivalmacherinnen wollen wir einen Blick hinter die Kulissen des Filmfestivals werfen, Ziele

Interessierte mit Lebens- oder Arbeitsmittelpunkt in den Stadtteilen Vogelviertel, Ihlenfelder Vorstadt und Reitbahnweg sind herzlich eingeladen zum gemeinsamen Frühstück und zur Redezeit. Das Angebot wird organisiert vom Quartiersmanagement Neubrandenburg „Nordstadt – Ihlenfelder Vorstadt“ im Rahmen des Programms „Die Soziale Stadt“. Anmeldungen oder Nachfragen gern unter Tel. 0395 430 96 34 oder per E-Mail an quartiersmanagement@neubrandenburg.de.

27. dokumentART – films & future – Europäisches Filmfestival

Vom 17. bis zum 21. Oktober weht wieder eine herbstliche Brise internationalen Flairs durch die Vier-Tore-Stadt. Die 27. dokumentART findet statt. 2300 Filme wurden 2018 eingereicht, davon wählte die Programmkommission 44 Filme aus 17 Ländern aus, die im diesjährigen Wettbewerb konkurrieren werden. Durch innovative Bildsprache und kritische Information transportieren sie Wissen und Meinungen über gesellschaftlichen Wandel, technologischen Fortschritt oder ökologische Trends. Da greifen Animationen journalistische Recherchen thematisch auf, persönliche Zeugnisse treffen auf experimentelle Visualisierungen und historische Aufnahmen werden performativ widerspiegelt.
Kurzum: Das Neubrandenburger Festival widerlegt zum 27. Mal das Gerücht, Dokumentarfilme seien belehrend – zumindest aber langweilig, mit einem erfrischend vielfältigen Programm, das durch innovative Bildsprache überzeugt – absolut kinotauglich!
Neben dem Wettbewerb mit zehn außergewöhnlichen Programmen freuen sich Festivalleitung und Veranstalter sehr, die Filmschule Lodz, eine der namhaftesten Filmhochschulen der Welt, zu Gast zu haben. Lehrende und Studierende präsentieren in zwei außergewöhnlichen Programmen ältere und aktuelle Arbeiten, darunter zum Beispiel ein früher Film des Starregisseurs Krzystzof Kieślowski. Weitere Specials sind der traditionelle Fokus Osteuropa, einem Beitrag unseres Partnerfestivals aus Neubrandenburgs Partnerstadt Koszalin, „Filmen aus MV“, mehre „NDR-Specials“ und drei ausgewiesene Jugendprogramme.
Weitere Informationen unter www.dokumentart.org oder facebook.com/dokumentART