Gedenken an 30 Jahre friedliche Revolution: Stadt Neubrandenburg verleiht Wilhelm-Ahlers-Medaille an „Augenzeugen 89“

Als Höhepunkt der Festwoche zum Gedenken an das Jubiläum „30 Jahre friedliche Revolution in Deutschland“ haben Oberbürgermeister Silvio Witt und Stadtpräsident Dieter Stegemann die Wilhelm-Ahlers-Medaille der Stadt Neubrandenburg an die Gruppe „Augenzeugen 89“ verliehen. Die Gruppe wurde stellvertretend für alle Frauen und Männer ausgezeichnet, die sich 1989 in Neubrandenburg für die politische Wende engagiert haben. Für die Gruppe hat Gerhard Stoll die Medaille entgegengenommen.

Stoll selbst war an jeder in Neubrandenburg durchgeführten Aktion der friedlichen Revolution maßgeblich beteiligt, so war er u. a. Sprecher des „Neuen Forum“ in Neubrandenburg, das vor 30 Jahre gegründet wurde. Weiterhin gehörten der Gruppe „Augenzeugen 89“ an: Owe Gluth, Torsten Hanke, Thomas Tauer, Hans-Jürgen Schulz, Alfred Dohndorf, Burkhard Räuber, Eckhardt Vanselow und Michael Nötzel.

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Unternehmer des Jahres in Dargun geehrt

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe übergab am 4. Juli 2019 gemeinsam mit den Trägern in der Kloster- und Schlossanlage Dargun (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) die Preise für den „Unternehmer des Jahres“.

Der „Unternehmer des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern“ wurde in diesem Jahr zum 12. Mal vergeben. Insgesamt gingen 136 Nominierungen aus dem gesamten Land ein, aus denen neun Finalisten, drei Preisträger und zwei Sonderpreisträger hervorgingen – vier davon aus der Seenplatte. Die Bewerbungen wurden von Städten, Gemeinden, Kammern, Verbänden, Sparkassen und Belegschaften der Unternehmen eingereicht.

Die Gewinner wurden in den drei Kategorien „Unternehmerpersönlichkeit“, „Unternehmensentwicklung“ sowie „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“ ausgezeichnet. Zudem wurden zwei Sonderpreise vergeben. Ausgelobt wurden Preisgelder in Höhe von insgesamt 15.000 Euro, jeweils eine Urkunde und eine hochwertige Stele aus der Werkstatt der Rostocker Designerin Anna Silberstein.

Träger des landesweiten und branchenübergreifenden Wettbewerbs sind das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, der Ostdeutsche Sparkassenverband mit den Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, die drei Industrie- und Handwerkskammern in MV, die beiden Handwerkskammern sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern (VUMV).

IHK ehrte 178 ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer im HKB

Im Neubrandenburger Haus der Kultur und Bildung ehrte die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern Donnerstag Nachmittag (28. März, 14 Uhr) 178 ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer. IHK-Präsident Dr. Wolfgang Blank zeichnet gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig davon 66 Frauen und Männer für ihre 25-jährige Prüfertätigkeit mit Ehrenurkunden aus. „Sie sind diejenigen, die das Prüfungswesen in den neunziger Jahren mit aus der Taufe gehoben haben“, würdigt der IHK-Präsident ihren herausragenden Einsatz für die berufliche Bildung in der Region. Weitere 36 erhalten die „Goldene Ehrennadel“ der Kammer für ihre 20-jährige engagierte Arbeit, 76 werden mit der „Silbernen Ehrennadel“ für zehnjähriges Wirken in einem Prüfungsausschuss der IHK geehrt.

„Sie sind das Rückgrat der beruflichen Bildung. Ohne ihre langjährige und verantwortungsvolle Tätigkeit sind die Ausbildungsleistungen der Wirtschaft und die Arbeit der IHK in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nicht denkbar“, dankt Dr. Wolfgang Blank den anwesenden ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern für die stets gute Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung der Zwischen-, Abschluss- und Fortbildungsprüfungen. Sein Dank gilt auch den Unternehmern und Führungskräften, die ihre Mitarbeiter mit Freistellungen für die ehrenamtliche Prüfertätigkeit unterstützen. „Das ist ein unbezahlbares Investment in die Fachkräftesicherung“, so der IHK-Präsident weiter.

Aktuell sind im Bereich der IHK Neubrandenburg 670 Prüferinnen und Prüfer in 183 Prüfungsausschüssen tätig. Sie haben im Vorjahr rund 2.360 Zwischen- und Abschlussprüfungen und rund 400 Prüfungen in der Höheren Berufsbildung abgenommen. Um die Arbeitsfähigkeit der Prüfungsausschüsse auch weiterhin zu gewährleisten, konnten in den vergangenen Jahren 49 neue Prüferinnen und Prüfer gewonnen werden.

Kranzniederlegung aus Anlass des Internationalen Frauentages

Am 8. März 2019 findet die traditionelle Kranzniederlegung der DGB Region Ost M-V in Neubrandenburg am Clara-Zetkin-Ehrenmal um 11:00 Uhr statt.

In dem Zusammenhang wird auf die Veranstaltung am 07. März 2019 um 19:00 Uhr im Kino Latücht hingewiesen. Dort zeigt der DGB den Film „Die göttliche Ordnung“.

Der Eintritt ist frei, um telefonische Anmeldung wird gebeten: 0395 57 06 39 30.

"Unternehmer des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern" gesucht

Was haben ein Fahrradgeschäft, ein Schiffsradaranlagen-Hersteller, ein Bauunternehmen, ein Medizintechnikproduzent und ein Dienstleister aus der Medienindustrie gemeinsam? Sie alle waren Preisträger beim landesweiten Wettbewerb „Unternehmer des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern“ im vergangenen Jahr. Jetzt startet die neue Bewerbungsphase für den Wettbewerb 2019.

„Wir haben eine Vielzahl erfolgreicher und engagierter Unternehmen im Land, die Arbeitsplätze schaffen, das Land wirtschaftlich voranbringen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das sind beeindruckende Leistungen der Unternehmer und ihrer Mitarbeiter, Frauen wie Männer. Um dieses Engagement stärker öffentlich bekannt zu machen, loben wir den Unternehmerpreis aus. Jede und Jeder kann mitmachen – große, mittlere und kleine Unternehmen aus allen Branchen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Kategorien Unternehmerpersönlichkeit, Unternehmensentwicklung sowie Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit werden ausgezeichnet
Der Preis der Wirtschaft „Unternehmer des Jahres in MV“ wird 2019 bereits zum zwölften Mal landesweit ausgelobt. Teilnahmeberechtigt sind alle Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Mecklenburg-Vorpommern. Auch wiederholte Vorschläge und Bewerbungen sind zugelassen. In dem Wettbewerb sind Eigenbewerbungen und Nominierungen durch andere möglich, auch in mehreren Kategorien. Vergeben wird der Preis in den Kategorien Unternehmerpersönlichkeit, Unternehmensentwicklung sowie Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit.

„Der Erfolg eines Unternehmens besteht aus vielen Elementen. Die Persönlichkeit des Firmenlenkers prägt die Stimmung im Betrieb, die positive wirtschaftliche Entwicklung gibt Sicherheit für die Arbeitsplätze und mit mitarbeiterorientierten Maßnahmen wie beispielsweise familienfreundlichen Arbeitszeiten können Fachkräfte gehalten werden. Deshalb zeichnen wir in diesen Kategorien aus“, hob Glawe hervor. Träger des landesweiten und branchenübergreifenden Wettbewerbs sind das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, der Ostdeutsche Sparkassenverband mit den Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, die drei Industrie- und Handelskammern in MV, beide Handwerkskammern in MV und die Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern (VUMV).

Informationen zum Wettbewerb

Die Finalisten und Preisträger werden auf einer öffentlichen Veranstaltung geehrt. Der Wirtschaftsminister und die Repräsentanten der Träger des Wettbewerbs werden die Auszeichnungen persönlich überreichen. Die Auszeichnung der Preisträger in den drei Kategorien umfasst: eine Stele „Unternehmer des Jahres in MV“, eine Urkunde sowie Preisgelder von insgesamt 15.000 Euro. Die Unterlagen sind in schriftlicher Form einzureichen, eine Übersendung per Post, per Fax, per E-Mail oder der Versand nach digitaler Bearbeitung des Teilnahmebogens sind möglich. Weitere Informationen sowie Bewerbungen und Nominierungen unter www.unternehmerpreis-mv.de. Einsendeschluss ist der 29. März 2019

Rede des Oberbürgermeisters Silvio Witt zum Bürgerempfang am 4. Januar 2019

Die Stadt Neubrandenburg lud auch in diesem Jahr am 4. Januar zum Bürgerempfang anlässlich des Stadtgeburtstages in die Konzertkirche ein.

Rede des Oberbürgermeisters Silvio Witt zum Bürgerempfang am 4. Januar 2019
(es gilt das gesprochene Wort, dies ist aber der vorab veröffentlichte Text)

Liebe Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger, liebe Gäste unserer Stadt!

„Was nicht in der Zeitung steht“ – so war am 27. September 2018 ein großer Artikel in der Zeitung „Die Zeit“ betitelt. Der Journalist Martin Spiewak schreibt darin von einem uralten menschlichen Phänomen. Uns ist es nämlich eigen, dass wir uns viel weniger an guten Dingen erfreuen können als wir Angst vor Verlusten haben. Unser Körper ist ständig in einem unbestimmten Alarmmodus. Daher nehmen wir schlechte Nachrichten, das Böse und das Ungerechte in der Welt intensiver wahr als die guten Seiten des Lebens, obwohl diese in unserem Alltag überwiegen.
Seien Sie mir deshalb nicht böse, dass ich meine Rede zum diesjährigen Stadtgeburtstag den guten Dingen widme und der Motivation, diese häufiger zu sehen. Denn die guten Dinge machen das Leben in unserer Stadt aus.

Fangen wir beim Bauen an…
Im November und Dezember des vergangenen Jahres haben wir eine Menge der viel zitierten Bänder durchgeschnitten. Dies haben wir nicht getan, damit wir nachher im fotografischen Jahresrückblick auch eine Menge zu bieten haben. Wir wollen damit gleich mehrere Zeichen setzen. Zum einen, wie viel wir in den zurückliegenden Monaten geschafft haben. Zum anderen aber auch um Danke zu sagen. Denn bevor ein Band durchgeschnitten werden kann, haben viele Leute unermüdlich geplant, gerechnet, beantragt, genehmigt und vor allem gebaut. Gerade den Bauleuten möchte ich auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön sagen. Wir alle wollen es möglichst bequem haben und unterschätzen, wie viel harte Arbeit andere dafür leisten.
Gerade deshalb möchte ich hier und heute auch daran appellieren, in unser aller Leben etwas mehr Zufriedenheit und auch Dankbarkeit zuzulassen. Das mag etwas komisch klingen, aber der gerade erwähnte Zeitungsartikel hat mir wieder einmal gezeigt, wie gut und besser es uns in den letzten Jahren geht; wie wir die Zufriedenheit darüber komischerweise trotzdem oft nicht zulassen. Denn betrachtet man nicht nur den Moment, der gerade unmittelbar vergangen ist, sondern beispielsweise die zurückliegenden Jahre, haben viele Dauerbrennerthemen in Neubrandenburg nun sprichwörtlich Fahrt aufgenommen.

Ich kann mich gut an die Zeit erinnern, in der über die nicht vorhandene Ortsumgehung geklagt wurde. Nun wird der erste Abschnitt gerade gebaut und noch in diesem Jahr freigegeben. Jedoch bevor das erste Auto über die neue Trasse gerollt ist, wird bereits kritisiert, was alles nicht oder noch nicht möglich ist. Kein Radweg, obwohl der nie geplant oder versprochen wurde, zu steile Anstiege und vor allem – kein zweiter Bauabschnitt. Es fällt uns offensichtlich schwer, Erfolge zu feiern und dann nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.
Seit Ende 2015 setze ich mich dafür ein, dass auch der zweite Bauabschnitt der Ortsumgehung bis hin zur Nordstadt gebaut wird. Und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern eine Lösung finden werden. Daher meine Devise: Ein erster Abschnitt einer Ortsumgehung ist besser als keine Ortsumgehung. Unsere Stadt wurde als eine der wenigen im Land im Bundesverkehrswegeplan 2030 berücksichtigt – dies sollten wir dankend annehmen und in diesem Jahr die positiven Effekte abwarten. Ich freue mich schon jetzt auf die feierliche Eröffnung, die sehr sportlich werden wird – so viel kann ich schon verraten.

Ähnlich verhält es sich beim Bahnhof, den wir gemeinsam mit der Deutschen Bahn in fünf Tagen offiziell in Betrieb nehmen. Es ist ein gutes Stück Arbeit geleistet worden und wer das Resultat in Augenschein nimmt, sieht sofort, der Neubrandenburger Bahnhof ist endlich in der Neuzeit angekommen. Hell, freundlich, barrierefrei und mit einem neuen durchgehenden Tunnel mit dem Vogelviertel verbunden. In diesem Jahr werden wir das sogenannte Bahnhofstor, also den Eingang zur Innenstadt, neu gestalten und 2020 dann den Bahnhofsvorplatz in Angriff nehmen. Gemeinsam mit der Bahn wollen wir auch das Bahnhofsgebäude wieder beleben. Auch Ihre Vorschläge sind uns bei diesen Vorhaben wichtig.
Das Jahr 2019 wird besondere Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung bieten. Gemeinsam mit Ihnen, liebe Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger, wollen wir auf dem Weg zu einem neuen Flächennutzungsplan über die Zukunft unserer Stadt diskutieren. Dieser Flächennutzungsplan ist das Instrument, mit dem wir künftig definieren, wo Gewerbe und Industrie, Wohnen, Kleingärten oder Straßen und Wege ihren Platz finden. In vier großen Workshops zu verschiedenen Themen und fünf Bürgerforen in den Stadtteilen wollen wir mit Ihnen darüber diskutieren. Ich freue mich sehr darauf und bin gespannt auf Ihre Ideen.
Außerdem wurde durch die Stadtvertretung im Herbst das Wiekhausentwicklungskonzept verabschiedet. Ein langes Wort, das sich aber einfach erklären lässt: Wir wollen auch bei unseren Wiekhäusern neue Wege gehen. Verschiedene Nutzungen sollen möglich sein, auch Wohnen. Gemeinsam mit den Interessenten wollen wir die Möglichkeit diskutieren, neue Wiekhäuser in unserer Stadtmauer zu errichten.
Die Rathaussanierung wird in den nächsten Monaten starten. Am Ende dieser Sanierung wird das Verwaltungsgebäude nicht nur schöner, praktischer und klimatisch etwas erträglicher sein. Es wird auch nach außen eine sich verändernde Verwaltung symbolisieren, die digitaler, kooperativer und moderner wird. Die erste große Etappe haben wir fast geschafft – der Umzug der über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlief ohne Probleme. Auch dafür sage ich ganz herzlich Danke.

Lassen Sie uns kurz über die Finanzen reden…
Mit Amtsantritt 2015 stand ich, standen wir vor einem aufgelaufenen Kassenkredit von 93 Millionen Euro. Eine enorme Schuldensumme.
Mit Einsparungen verdient man sich weder bei den Stadtvertreterinnen und Stadtvertretern, noch in der Bevölkerung einen Beliebtheitspreis. Daher haben wir 2016 hart und intensiv diskutiert, wie denn nun das Haushaltssicherungskonzept der Stadt Neubrandenburg aussehen soll. Dieses Konzept wird bis spätestens 2027 den Kassenkredit auf null Euro abschmelzen. Wir haben einen Weg gefunden und er ist der Richtige. Der Erfolg gibt uns schon jetzt Recht.
Bereits im Laufe des vor uns liegenden Jahres werden wir die Schulden halbiert haben. Dieser große Erfolg hat viele Mütter und Väter: die wirtschaftliche Stärke unserer Stadt, die gute Zusammenarbeit mit dem Land und vor allem die von der breiten Mehrheit der Stadtvertretung getragenen Haushaltspläne, die mit der nötigen Konsequenz durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung umgesetzt werden. Dafür ein herzliches Dankeschön und lassen Sie uns die Halbierung des Kassenkredites in diesem Jahr gebührend feiern. Sie wissen schon wie – mit Sparsamkeit.

Ein Programm namens „Neubrandenburg 70.000 – mehr Bühne fürs Leben“
Neubrandenburg hat vor allem eines zu bieten – eine Menge Lebensqualität. Im Oktober habe ich den Stadtvertreterinnen und Stadtvertretern daher mein Ziel für die kommenden Jahre vorgestellt. Ich möchte, dass wir unsere Planungen langfristig darauf ausrichten, wieder eine Einwohnerzahl von 70.000 zu erreichen. Das Potenzial haben wir dank der Lebensqualität und Attraktivität unserer Stadt.
Viele Bausteine sind für dieses Ziel entscheidend.
Bereits in diesem Jahr werden wieder kleinere Wohnungsbaustandorte erschlossen und bestehende Stadtteile mit hochwertigen Wohnungen weiter aufgewertet. Das ist unsere Chance. Mit der Vielfalt der Möglichkeiten – vom sozialen Wohnungsbau bis hin zur Stadtvilla – sorgen wir dafür, dass mehr Menschen in unsere Stadt ziehen.
Mit dem „Heimkehrertag“ haben wir kurz vor dem Jahreswechsel ehemaligen Einwohnerinnen und Einwohnern unserer Stadt neue Perspektiven in Neubrandenburg gezeigt. Der Erfolg der Aktion beweist die hohe Nachfrage nach Leben und Arbeit in der Viertorestadt. Unsere leistungsfähige regionale Wirtschaft braucht dringend Fachkräfte und wir werden dafür die Voraussetzungen schaffen. Der „Heimkehrertag“ ist ein Beispiel; das Industrienetzwerk, ein Welcome-Center oder die Investitionen im Industriegebiet in der Ihlenfelder Straße sind andere.
Aber auch die weichen Standortfaktoren tragen zur Attraktivität bei. Sei es unsere Theater und Orchester GmbH, deren Bestand nun endlich gesichert ist oder aber die vielen Spielplätze, die wir auch 2019 aus- und neubauen.
Mit dem HKB, der Stadthalle und der Konzertkirche haben wir zudem in unserer Stadt die schönsten Veranstaltungshäuser des Landes. Mit dem Jahnsportforum übrigens eines der größten. Standortfaktoren mit denen wir punkten. All dies meine ich, wenn ich von „mehr Bühne fürs Leben“ spreche. Bespielen müssen diese Bühne jedoch wir alle gemeinsam.
Ich darf Sie an dieser Stelle auch auf das neue „Detect“-Festival der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern hinweisen. Ein Musik- und Kreativitätsfestival, das vom 26. bis 28. Juli 2019 auf dem RWN-Gelände stattfinden wird. Wir freuen uns schon jetzt auf 1000 Besucher und auf bisher drei geplante Festivals bis 2021.
Wir zeigen mit der Mecklenburger Seenrunde, dem Tollenseseelauf, den Wassersportspielen und dem Knabenturnier in jedem Jahr, dass Neubrandenburg ein guter Gastgeber für sportliche Großveranstaltungen ist. Bei der FIFA-U17-WM-Qualifikation haben wir unsere Stärken auf internationalem Niveau präsentiert. Im Frühjahr werden wir sie mit der Norddeutschen Hallenleichtathletikmeisterschaft erneut unter Beweis stellen.
Wir werden in diesem Jahr außerdem das Sportentwicklungskonzept verabschieden. Es zeigt uns, wie sportlich die Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger sind und wo wir bei Turnhallen und Sportplätzen Nachholbedarf haben. Vorwegnehmen darf ich bereits, dass wir mit dem Neubau der Turnhalle in der Großen Krauthöferstraße und mit der Sport- und Freizeitanlage in der Oststadt, einen Teil der Aufgaben aus dem Konzept bereits in diesem Jahr abarbeiten werden. Ich freue mich insbesondere, dass wir in der Oststadt damit eine deutliche Verbesserung für die Regionale Schule „Am Lindetal“ schaffen.
Der Sport war im vergangenen Jahr heiß diskutiert. Aber ich freue mich, dass wir einen ersten Etappensieg im Kampf um den dauerhaften Bestand des Olympiastützpunktes für die Sportarten Leichtathletik, Kanu und Triathlon gewinnen konnten. Wichtig ist es nun, gemeinsam am Ball zu bleiben und an einem Strang zu ziehen – um mal in einem sportlichen Bild zu bleiben. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Akteure, die hier vor Ort sowie in Schwerin und Berlin für die Sportsstadt Neubrandenburg gekämpft haben.

Ein letztes Wort… zur Demokratie
Ich könnte an dieser Stelle noch viel mehr von den Ereignissen des vergangenen Jahres und den Plänen für 2019 berichten. Doch ich möchte meine Rede mit einem Thema schließen, das über allem steht.
Das Klima in unserem Land scheint rauer geworden zu sein. Respekt voreinander und gesellschaftlicher Zusammenhalt als oberste Ziele stehen nicht immer an erster Stelle. Herabsetzende Äußerungen im Internet, anonyme Briefe oder auch persönliche Beleidigungen sind häufig wahrnehmbar. Mir sagte beispielsweise im vergangenen Jahr eine Dame, dass es schade sei, dass die DDR damals Geld in meine Bildung investiert hat, da ich offensichtlich so dumm geblieben sei. Natürlich können Sie sich vorstellen, dass in meinem Kopf eine Menge Antwortmöglichkeiten kreisten. Ich fragte die Frau dann, ob sie dies dem Oberbürgermeister zu DDR-Zeiten hätte auch sagen können. Sie meinte ja; ich denke eher nicht.
Meine Damen und Herren, das Beste was wir haben, sind Freiheit und Demokratie. Sie sind inzwischen jedoch so selbstverständlich, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, wie es ohne sie wäre. Wir leben sie, als wären sie schon immer da gewesen.
Unsere Demokratie hält eine Menge aus. Sogar, wenn Kräfte von ganz Links oder ganz Rechts sie bekämpfen. Meistens wissen diejenigen, die sich nach „der guten alten Zeit sehnen“ nicht, dass sie in dieser „guten alten Zeit“ ihre Meinung gar nicht hätten äußern dürfen.
Demokratie lebt vom Mitmachen und von der Akzeptanz. So sehr ein jeder seine eigene Idee favorisiert, so gut ist es doch, gemeinsam einen Kompromiss zu finden und diesen am Ende auch von beiden Seiten zu akzeptieren.
Daher bleibt mir am Ende die Zuversicht, dass es auch 2019 mit unserer schönen Stadt Neubrandenburg weiter gut voran geht. Es wäre wunderbar, wenn Sie in diesem Jahr wieder mit dabei sind, unsere Stadt noch lebenswerter zu machen. Wir brauchen Sie. Ob in Bürgerforen, beim Frühjahrsputz oder als engagierte Bürgerin oder engagierter Bürger im städtischen Leben. Sparen Sie nicht mit Kritik, aber bleiben Sie konstruktiv. Denn unser Neubrandenburg braucht vor allem Fans, die Fairplay spielen, gute Gastgeber sind und stolz auf ihre Erfolge. Wenn wir die guten Dinge im Blick behalten, fällt uns das allen leichter.
Alles Gute, Glück und Gesundheit für Sie und Ihre Familien.
Vielen Dank.

Unermüdlicher Einsatz für Menschen mit Behinderung – Siemerling-Preis 2019 geht an Ursula Hase

Mit dem Siemerling-Preis 2019 wird auf Beschluss des Kuratoriums der Neubrandenburger Dreikönigsstiftung Ursula Hase (75) aus Hagenow geehrt. Sie engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben. Frau Hase hat die Gründung der Lebenshilfe im Jahr 1990 maßgeblich befördert und deren Arbeit über die Jahre mit hohem Einsatz unterstützt. Für das Lebenshilfewerk Hagenow hat sie 1993 die Pflege- und Fördereinrichtung für 40 Menschen mit schwerstmehrfachen Behinderungen aufgebaut, mitgestaltet und bis zum Eintritt ins Rentenalter geleitet. Noch heute, nach langjähriger Tätigkeit, hat sie den Vereinsvorsitz der Lebenshilfe Hagenow inne und setzt sich tatkräftig für Menschen mit Handicap ein. Zudem arbeitet Ursula Hase ehrenamtlich als Stadtvertreterin in Hagenow sowie seit 2008 als Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Lebenshilfewerk für Menschen mit Behinderung.

„Frau Hase hat sich den Siemerling-Preis aufgrund ihres langjährigen, unermüdlichen Engagements für Menschen mit Handicap wirklich verdient“, sagt Rainer Prachtl, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung. Mit dem Preis werde auch ihr soziales Lebenswerk geehrt.

Die Laudation anläßlich der Verleihung des Siemerling-Preises 2019 Anfang kommenden Jahres wird Dr. Andreas von Maltzahn, Bischof der Nordkirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern halten.

Mit dem Preis wird an die Neubrandenburger Familie Siemerling erinnert, die seit dem
18. Jahrhundert über mehrere Generationen als Ärzte, Apotheker, Kaufleute und Bankiers wirkte. Die Familienmitglieder setzten sich für die Förderung des städtischen Gemeinwesens, des wirtschaftlichen Aufstiegs und des geistigen Lebens ein. Mit ihm werden Menschen geehrt, die sich im besonderen Maße um christlich-humanistische, kulturelle oder soziale Werte verdient gemacht haben. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Ehrung wird durch die von dem Franziskanerpater Laurentius Englisch geschaffene Skulptur „Das Lamm im offenen Buch“ symbolisiert. Es handelt sich um den ersten Sozialpreis in Mecklenburg-Vorpommern.

Zuletzt war 2018 der Franziskaner-Bruder Gabriel geehrt worden, der sich seit Jahren in der Seelsorge für Gefangene engagiert. 2017 hatten sich die beiden Rostockerinnen Elisabeth Lellbach sowie Dorothee Barndt den Siemerling-Preis für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement für die Schwachen der Gesellschaft geteilt. Weitere Preisträger waren unter anderem: Die Schweriner Publizistin und Historikerin Dr. Renate Krüger (2016), Dr. Heidrun Niemann aus Neu Tenze in der Mecklenburgischen Schweiz (2015), Karl Jens Brammann und Fred Freese aus Neubrandenburg (2014), Schwester Gratia Kukla, Missionsschwester vom heiligen Namen Mariens in Graal-Müritz (2013), sowie der Greifswalder Hinrich Kuessner (2011).