17 Enkeltrickversuche an einem Vormittag – eine aufmerksame Bankmitarbeiterin hat eine 93-jährige Dame vor dem Verlust von 30.000 Euro bewahrt

Am 04.10.2019 gab es im Bereich des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte insgesamt 17 Betrugsversuche durch die sogenannte „Enkeltrick“-Masche. In keinem Fall ist ein Schaden entstanden, da die meisten älteren Bürger den Betrug erkannt haben und nicht auf die Masche reingefallen sind. In einem Fall wurde der Betrug aber nur den Einsatz einer aufmerksamen Mitarbeiterin eines Neustrelitzer Geldinstitutes verhindert:

Am 04.10.2019 gegen 13:00 Uhr wurde die Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg durch eine aufmerksame Mitarbeiterin informiert, dass eine ältere Dame in einem Neustrelitzer Geldinstitut einen sehr großen Bargeldbetrag abheben will, um einen Bekannten aus der finanziellen Not zu helfen. Die Beamten des Polizeihauptreviers Neustrelitz haben daraufhin das Geldinstitut in der Strelitzer Straße aufgesucht und erfahren, dass eine 93-jährige Dame fast auf einen Betrüger reingefallen wäre. Die Dame hat am 04.10.2019 gegen 12:30 Uhr einen Telefonanruf von einer männlichen unbekannten Person erhalten, welcher sich als ihr Bekannter Ulli ausgab. Am Telefon gab er an, in Neubrandenburg ein Fahrzeug für die Tochter der Geschädigten kaufen zu wollen und dafür einen Geldbetrag von 30.000 Euro zu benötigen. Er sagte weiter, dass er unbedingt heute das Geld von ihr brauchen würde, weil er von seinem Konto derzeit kein Geld abholen kann. Am nächsten Tag würde er ihr das Geld sofort zurückzahlen. Dann bestellte er für die Dame ein Taxi, das sie zur Bankfiliale in Neustrelitz bringt, um den Geldbetrag von ihrem Konto abzuheben. Die 93-Jährige fuhr anschließend mit dem Taxi zur Filiale und versuchte das Geld abzuheben. Eine aufmerksame Mitarbeiterin wurde aber misstrauisch und informierte die Polizei.

Die Polizei möchte an dieser Stelle alle älteren Bürger loben, dass sie sich so vorbildlich verhalten und den Betrügern damit keine Chance gegeben haben. Zudem möchte sich die Polizei bedanken – insbesondere natürlich bei der hier genannten Bankangestellten, welche den finanziellen Schaden für die 93-jährige Dame verhindert hat! Die Polizei möchte sich aber auch bei den Bürger/innen bedanken, die regelmäßig mit ihren Eltern oder Großeltern Gespräche über die perfiden Maschen der Enkeltrick-Betrüger führen. Bitte warnen Sie ihre älteren Angehörigen weiterhin!

Falls Sie einen Beratungswunsch haben, stehen die Präventionsbeamten der Polizeiinspektion Neubrandenburg gerne zur Verfügung. Unter der Telefonnummer 0395 5582 5007 bekommen Sie weitere Informationen und den richtigen Ansprechpartner.

Enkeltrick-Betrug doch geglückt

Gestern berichtete die Polizei über zahlreiche Enkeltrickversuche im Bereich des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und äußerten bereits die Vermutung, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist. Die Vermutung hat sich leider bewahrheitet. Es wurden gestern zwei weitere Versuche und zwei vollendete Betrüge mit einem Schaden von 34.000 EUR angezeigt.

In Waren (Müritz) wurde ein 78-Jähriger von seiner „Enkelin“ angerufen. Sie habe eine Wohnung ersteigert und beim Notar sei seine Überweisung an ein falsches Konto gegangen, sodass sie jetzt dringend 30.000 EUR bräuchte. Im Laufe des Gespräches erkannte der Angerufene die Masche und legte auf. In Waren (Müritz) seien viele Leute angerufen worden.

In Neubrandenburg wurde ein 71-Jähriger von seinem „Enkel“ angerufen. Auch weil er nur eine Enkelin hat, erkannte der Senior den Betrug sofort und beendete das Gespräch.

Ebenfalls in Neubrandenburg gelang einer Betrügerin der Enkeltrick. Am 17.12.18, gegen 14:00 Uhr meldete sich die „Enkelin“ bei einer 88-jährigen. Sie benötigte dringend 40.000 EUR für einen Notartermin. Die Geschädigte sagte ihr, dass sie nur 9000 EUR auf einem Konto hätte und dieses holen würde. Nachdem sie das Geld abgehoben hatte und wieder zu Hause war, rief die „Enkeltochter“ erneut an und sagte ihr, dass sie jemanden schicken würde, der das Geld holen würde. Der Mann war auch wenige Minuten später da, sagte nichts und übernahm das Kuvert. Die Frau beschrieb den Beschuldigten als etwa 40 Jahre alt, ca. 165 cm groß mit normaler Figur. Zum Akzent konnte sie keine Auskunft geben.

Am 18.12.18 rief zunächst ein „Mann von der Sparkasse“ an und teilte der Geschädigten mit, dass das Geld wieder auf ihrem Konto sei. Und auch die „Enkelin“ meldete sich noch einmal und bedankte sich für die 9000 EUR. Sie würde dennoch die restliche Summe auch benötigen. Sie würde der Oma sogar ein Taxi schicken, damit sie zur Bank könne. Die 88-jährige begab sich jedoch selbst zur Bank und wollte von dort 30.000 EUR für ihre „Enkelin“ abheben. Dort hatte man jedoch nicht sofort die benötigte Summe parat. Das Bargeld hätte zuvor bestellt werden müssen. Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, dass der Schaden nicht noch höher ausgefallen ist. In einem Telefonat am 18.12.18 mit ihrem Sohn wurde klar, dass die Seniorin einem Betrug erlegen ist und sie erstatteten Anzeige.

In einem Dorf zwischen Penzlin und Neustrelitz meldete sich der „Neffe“ am 17.12.18, gegen 12:00 Uhr bei einer 79-jährigen. Er befände sich in Stettin in einer Notlage und brauche dringend Geld. Die Geschädigte willigte ein. Es wurde vereinbart, dass sie das Bargeld einer Person übergeben soll, die vor dem Haus steht. Erst als es dunkel wurde, erschien tatsächlich ein Mann vor dem Haus. Als diese Person mit ausländischem Akzent sprach, wurde die Seniorin misstrauisch. Daraufhin rief noch einmal der Neffe an, versicherte ihr, dass alles in Ordnung sei und sie übergab dem Fremden 25.000 EUR in bar. Am 18.12.18 erstattete die Frau Anzeige.

Zahlreiche Enkeltrick-Versuche

Am Montag, 17.12.2018, meldeten sich zahlreiche falsche Verwandte telefonisch bei Angehörigen und baten um Geld. Insgesamt zeigten zehn Geschädigte bei der Polizei diese Betrugsart an. Viele von ihnen waren aufgrund der Anrufe verängstigt und aufgewühlt.

Die Polizei geht von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da sich viele Angerufene gar nicht erst die Mühe machen, den Sachverhalt anzuzeigen. Im besten Fall erkannten sie den Betrug, legten auf und benachrichtigen die Polizei lediglich nicht. Im schlimmsten Fall sind die oft älteren Opfer auf die Masche hereingefallen und setzten uns oder ihre echten Angehörigen aus Scham darüber nicht in Kenntnis.

Am 17.12.18 ist es in der Zeit von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr nur bei Versuchen geblieben. Seniorinnen im Alter zwischen 73 und 89 Jahren wurden sowohl von männlichen als auch von weiblichen angeblichen „Verwandten“ angerufen. Enkel, Neffen, Schwestern und Schwiegertöchter benötigten vornehmlich im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte dringend Geld für einen Immobilienerwerb, eine Auktion oder sonstige Notlagen. Ihre Bitten trugen sie in akzentfreiem Hochdeutsch vor. Veränderte Stimmen erklärten sie mit einer Erkältung. Betroffen waren die Ortschaften Groß Nemerow, Woldegk, Neubrandenburg, Jürgenstorf, Waren, Neustrelitz und Röbel. Aber auch in Anklam bat eine „Nichte“ eine 87-jährige Frau um 35.000 EUR für einen Wohnungskauf.

In einem Fall rief ein vermeintlicher Neffe an und bat eine 87-Jährige um Geld. Die Frau hatte kein Geld zur Verfügung und fragte ihn, warum er denn nicht seine Oma um das Geld bittet. Bereitwillig gab sie ihm sogar die Telefonnummer, welche er gerade „nicht zur Hand hatte“. Prompt erhielt auch diese Seniorin einen Anruf des unbekannten Mannes, erkannte den Betrug jedoch.

Die Polizei geht von mobilen Tätergruppen aus dem europäischen Ausland aus. Die geschulten Anrufer sitzen oft in „Callcentern“ und sprechen gutes Deutsch. Die Betrüger erlernen es regelrecht, mit ihren perfiden Maschen auf die betagten Geschädigten einzuwirken und können ihre Opfer einschüchtern. Bei uns halten sich lediglich die Geldabholer auf. Sofern ein potentielles Opfer durch die Anrufer herausgefunden wurde, werden die Abholer informiert und begeben sich zum Übergabeort. Zuvor ist mit den Senioren vereinbart worden, dass nicht der „Enkel“ kommen kann, sondern ein Anwalt oder Notar geschickt wird, dem man vertrauen könne.

Die Telefonnummern haben die Betrüger oft aus dem Telefonbuch. Die Geschädigten sind darin häufig mit ihren alten deutschen Vornamen eingetragen, anhand derer man auf ihr mögliches Alter schließen kann.

Die Polizei bittet die Bevölkerung: Bleiben Sie misstrauisch, geben Sie keine persönlichen Daten an fremde Personen heraus, beenden Sie im Zweifel das Telefonat, geben Sie niemals Ihr Geld an Ihnen fremde Personen und vertrauen Sie sich Angehörigen und der Polizei an.

Bürger sind umsichtig: Erneute Betrugsversuche bleiben erfolglos

Seit Wochenbeginn (9.7.2018) hat es in den Landkreisen MSE, VG und VR sowie den Städten Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg 30 Fälle von Telefonbetrügereien gegeben. Alle betroffenen Bürger waren dabei allerdings so vorsichtig, dass es in sämtlichen Fällen bei dem Versuch des Betruges blieb. Es entstand somit kein Sachschaden.
Eine weibliche Unbekannte forderte in Neubrandenburg von einer 88-jährigen eine fünfstellige Summe am Telefon. Sie hatte sich als Frau des Enkels ausgegeben. Die Rentnerin bekam Hilfe von ihrem Nachbarn, der die Anruferin mit dem ausgesprochenen Verdacht eines Enkeltricks zum Beenden des Gespräches veranlasste.
Eine 92-Jährige hat sich in Burg Stargard selbst durch Zufall davor bewahrt, einen größeren fünfstelligen Betrag an eine mutmaßliche Betrügerin zu verlieren. Diese hatte sich am Telefon mit dem Namen ihrer Enkelin gemeldet und sich bereits zur Geldübergabe in der Wohnung der Geschädigten angekündigt. Als sie nicht kam, rief die alte Dame bei der echten Enkeltochter an, wodurch der Betrug aufflog.
Die Polizei hofft, dass die Bürger weiterhin so aufmerksam bleiben und folgende Hinweise beachten: Bleiben Sie misstrauisch, geben Sie keine persönlichen Daten an fremde Personen heraus, beenden Sie im Zweifel das Telefonat, geben Sie niemals Ihr Geld an Ihnen fremde Personen und vertrauen Sie sich Angehörigen und der Polizei an.