Brand in einem Mehrfamilienhaus

Am Dienstag, 15.01.2019, gegen 16:30 Uhr wurde die Polizei über die Rettungsleitstelle des Landkreises Mecklenburgische-Seenplatte darüber informiert, dass es in Neubrandenburg im Ortsteil Fünfeichen in einem Mehrfamilienhaus zur Explosion einer Heizung gekommen ist und jetzt das Haus brennt. Unverzüglich wurden
Polizeibeamte des Polizeihauptrevieres Neubrandenburg zum Einsatz gebracht.

Durch diese und die eingesetzten Kameraden der Berufs- und freiwilligen Feuerwehr Neubrandenburg konnten die Bewohner des Hauses rechtzeitig evakuiert werden, sodass keine Person verletzt wurde. Anschließend konnte das Feuer durch die Kameraden der Feuerwehr gelöscht werden. Durch das Feuer wurde das Wohnhaus aber so schwer beschädigt, dass es durch die Mieter nicht weitere genutzt werden kann. Die beiden Bewohner im Alter von 69 und 70 Jahren kommen bis
auf Weiteres bei Verwandten und Bekannten unter.

Der Kriminaldauerdienst des Kriminalkommissariats Neubrandenburg kam zum Einsatz. Durch diesen wurde festgestellt, dass die Ursache des Feuers der nicht sachgereichte Einsatz eines Gas-Heizstrahlers mit Propangasflasche war. Gegen den 69-jährigen Nutzer wurde Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung erstattet. Die Höhe des bei dem Feuer entstandenen Sachschaden kann zurzeit noch nicht benannt werden. Dieses muss noch nachermittelt werden.

Vor 70 Jahren wurden die Lager in Fünfeichen geschlossen

Fünfeichen in Neubrandenburg – dieser Ort steht für unendliches Leid in den Jahren 1939 bis 1948. Mehr als 120.000 Kriegsgefangene aus elf Ländern durchliefen bis Kriegsende das Stalag IIA, das Oflag IIE sowie das Oflag 67. Mehr als 6.000 von ihnen starben an Hunger, Krankheit, Kälte und Misshandlung. In der Zeit von 1945 bis 1948 wurden im Speziallager Nr. 9 des Geheimdienstes NKWD mehr als 15.000 deutsche Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder, zum größten Teil unschuldig, durch die sowjetische Besatzungsmacht eingesperrt. Fast 5.000 Häftlinge überlebten nicht und wurden in Massengräbern im Wald verscharrt. Bis September 1948 sind rund 5.000 Insassen des Speziallagers entlassen worden, 2.600 weitere wurden in das Speziallager Nr. 2 in Buchenwald transportiert.
Aus diesem Anlass findet am 1. September 2018 in der Mahn- und Gedenkstätte Fünfeichen eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Schließung aller Lager an diesem Ort statt (Beginn 10.00 Uhr). Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist die Übergabe des neu gestalteten gestützten Holzkreuzes als weithin bekanntes Symbol der Gedenkstätte. Zu diesem Tag werden auch neue Tafeln mit Namen von weiteren verstorbenen Kriegsgefangenen verschiedener Nationen installiert, die zwischenzeitlich durch das Stadtarchiv recherchiert worden sind. Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) wird an diesem Tag die Gedenkrede halten. Es sind unter anderem die 16 Botschafter der Nationen eingeladen, aus denen Kriegsgefangene in Fünfeichen begraben sind sowie die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen, die die Opfer des NKWD-Speziallagers repräsentieren.