Geschütztes Familiengrab von Neubrandenburgs Senator Giesecke wird neu angelegt

Die Tradition der Familiengräber wird immer seltener. Auf dem Neuen Friedhof in Neubrandenburg wurde am Mittwoch damit begonnen, die Grabstätte von Senator Ludwig Giesecke und Familie neu anzulegen. Auch für die Friedhofsmitarbeiter ist das eine ganz besondere und keineswegs alltägliche Aufgabe.

Die Grabsteine stehen unter Denkmalschutz. Die Stadt freut sich, dass in Abstimmung mit Alfred Krause, Enkel von Senator Giesecke, die gesamte Grabstätte unter anderem mit einer Hecke eingefasst, neu bepflanzt und die Steine neu angeordnet werden können

Senator Giesecke ist vielleicht nicht allen bekannt. Doch in Neubrandenburg hat er in seinem Wirken Spuren hinterlassen. Ludwig Giesecke war von 1906 bis 1933 Bausenator der Stadt Neubrandenburg. In seiner Amtszeit schuf Ludwig Giesecke mit dem ersten Allgemeinen Bebauungsplan im Jahr 1907 die Grundlage für die damalige Entwicklung der Stadt. Er ließ die zentrale Trinkwasserversorgung und Kanalisation errichten und hat die Schule in der Ziegelbergstraße geplant. Neben der Planung des Lessinggymnasiums entwickelte Bausenator Giesecke auf der Fläche des heutigen Kulturparks den Stadtpark. Ab 1909 entstand nach seinen Plänen in der Ihlenfelder Straße die Überlandzentrale für die städtische Energieversorgung. Unter Gieseckes Leitung wurde der Neue Friedhof im Osten der Stadt angelegt und 1922 eingeweiht.

Stadt Neubrandenburg bereitet Wendejubiläum vor

Die Stadt Neubrandenburg wird im Herbst 2019 mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen an die Wendezeit vor 30 Jahren erinnern. Dabei sind Kooperationen mit der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz, der Hochschule Neubrandenburg, Kirchengemeinden und den damaligen Augenzeugen geplant.

Auch auf dem Neubrandenburger Markt fanden vor 30 Jahren – im Herbst 1989 – Demonstrationen statt. Foto: Hans-Jürgen Schulz; Bestand Neubrandenburger Stadtarchiv

„Unser Ziel ist es, vielseitig und würdevoll an den Zeitpunkt in der deutschen Geschichte zu erinnern, der uns unser heutiges Leben in Freiheit ermöglicht hat“, sagt Oberbürgermeister Silvio Witt. Geplant sind auch Dialoge zwischen Menschen, die ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Wendezeit haben.

Die Stadt Neubrandenburg hatte sich im Zuge des Landtagsbeschlusses zu einer zentralen Erinnerungsstätte zum 30-jährigen Wendejubiläum als Gedenkort beworben. Die Stadt Waren/Müritz erhielt dafür vom Land den Zuschlag. „Diese Entscheidung ist historisch nachvollziehbar. Daher kommen wir dem Wunsch des Landtages und unserer eigenen Überzeugung nach, möglichst auch dezentral im Land Aktionen zum Jubiläum zu initiieren“, so Silvio Witt.

Mit einer Beschlussvorlage im Mai soll die Stadtvertretung darüber befinden, ob und in welcher Form gefeiert wird. Als symbolischen Akt der Feierlichkeiten schlägt der Oberbürgermeister die Benennung der Brücke Demminer Straße zum Jubiläum vor: „Die Vorgespräche mit den Fraktionen liefen positiv und der Name „Brücke der friedlichen Revolution von 1989“ ist ein Vorschlag, der nun gemeinsam mit den gewählten Vertretern diskutiert werden soll.“

Rosa Luxemburg – Vortrag und Diskussion

Anlässlich des 100. Todestages Rosa Luxemburgs lädt die Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern e.V. in Kooperation mit der Europa-Union M-V e.V. und der Volkshochschule Neubrandenburg alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am 19. Februar 2019 um 19:00 Uhr zu einem Vortrags- und Diskussionsabend in die VHS Neubrandenburg (Bienenweg 1, 17033 Neubrandenburg) ein.

Zusammen mit Herrn Prof. Dr. Ernst Piper, Historiker, möchten die Beteiligten dem Leben Rosa Luxemburgs nachgehen. Sie wird die auch heute noch von den einen als sozialistische Vordenkerin verehrt und von den anderen als revolutionär Aufrührerin geradezu verteufelt. Dennoch gilt sie bis heute als eine der einflussreichsten Politikerinnen des 20. Jahrhunderts.

Historische Bücherschätze sind zu bestaunen

Nach den Medienberichten über die „Rückkehr“ der Historischen Kirchenbibliothek St. Marien nach Neubrandenburg erreichen die Bibliothek viele Nachfragen von Interessierten, die diese Bestände gern besichtigen und mehr über sie erfahren wollen. Diese Bücherschätze sind im Magazin der Regionalbibliothek Neubrandenburg untergebracht. Um einen Einblick zu ermöglichen, wurden einige Exemplare in Vitrinen zusammengestellt, die derzeit im Studienbereich des Stadtarchivs bestaunt werden können.

Die etwa 900 Exemplare der Kirchgemeinde St. Marien sind überwiegend theologische Schriften, die zum Großteil in lateinischer Schrift verfasst sind. Mit ihrer Unterbringung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Marien- sowie zur Johanniskirche sind beste Voraussetzungen gegeben, diese für wissenschaftliche Forschung zur Verfügung zu stellen. Außerdem können Interessenten die Bücher zur Einsichtnahme im gemeinsamen Lesesaal der Bibliothek und des Stadtarchivs zur Verfügung gestellt werden.

Die kleine feine Auswahl von Einzelstücken kann noch bis zum 28. Februar zu den Öffnungszeiten des Studienbereichs besichtigt werden: dienstags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr.

Historische Bibliothek kehrt nach Neubrandenburg zurück

Zwei herausragende Kirchenbibliotheken mit Wurzeln im Mittelalter und in der Reformationszeit kehren in diesen Tagen in ihre Heimatregion zurück: die Kirchenbibliotheken von St. Marien Neubrandenburg und der Nachbarstadt Altentreptow. Am Freitag, 30. November, werden die Bücher aus St. Marien Neubrandenburg in der Regionalbibliothek Neubrandenburg der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Universitätsbibliothek Rostock führt gemeinsam mit der Nordkirchenbibliothek ein Projekt zur Erhebung des Zustands des reichen Bibliothekserbes in Mecklenburg und Vorpommern durch. Das Projekt wird maßgeblich von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gefördert und hat das Ziel, kirchliche Buchbestände nach Möglichkeit in ihrem regionalen Kontext benutzbar und erlebbar zu machen. Die Arbeiten werden außerdem vom Bildungsministerium gefördert.

Trotz der Zerstörung der Stadt und der Kirche überlebte die Kirchenbibliothek den Zweiten Weltkrieg unversehrt. Weil geeignete Aufbewahrungsmöglichkeiten vor Ort bisher fehlten, wurde sie seit den 1970er Jahren in einem Depot der Landeskirche in Rostock kaum zugänglich aufbewahrt. Mit der Sanierung der Bibliothek in Neubrandenburg kehrt die Kirchenbibliothek an ihren Entstehungsort zurück. Die Originale werden künftig im gemeinsamen Lesesaal der Regionalbibliothek und des Stadtarchivs Neubrandenburg sowohl für interessierte Bürgerinnen und Bürger als auch für Forscherinnen und Forscher aus aller Welt zugänglich sein.

EIN Blick ins Museum

Kurzführung im Regionalmuseum

Das Regionalmuseum Neubrandenburg bietet an diesem Donnerstag, 29. November, um 17.30 Uhr, eine neue Kurzführung.

Nach einer kleinen Einführung in die Ausstellung widmet sich ein Museumsmitarbeiter seinem persönlichen Lieblingsobjekt. Im Anschluss an diesen 30-minütigen EIN Blick haben die Teilnehmer noch bis 19 Uhr Zeit, die Dauerausstellung zur Stadt- und Regionalgeschichte im ehemaligen Franziskanerkloster eigenständig zu erkunden.

Interessierte treffen sich im Museumsfoyer im ehemaligen Franziskanerkloster, Stargarder Straße 2. Die Teilnahme an EIN Blick in die Stadtgeschichte ist im Museumseintritt enthalten.

Wir eröffnen das Brandzimmer!

Bei archäologischen Grabungen 2006 wurden die Kellerräume des letzten Standortes der Städtischen Kunstsammlung, der Südflügel des ehemaligen herzoglichen Palais, freigelegt. Dabei wurden völlig überraschend stark überfeuerte Reste gefunden. Tausende von Porzellan-, Terrakotta- und Natursteinscherben sowie beschädigte und zerschmolzene Metallobjekte sind die wenigen Zeugnisse des einzigen bürgerlichen Kunstmuseums im ehemaligen Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz.

Die tragische Geschichte der Städtischen Kunstsammlung (1890−1945) beeindruckte den Kölner Künstler Simon Schubert (*1976) nachhaltig. Für die Neubrandenburger Kunstsammlung entwickelte er 2016 zunächst die temporäre Rauminstallation „Das Brandzimmer“. Diese Rauminstallation wird nun, als neu entstandenes Kabinett in der Kunstsammlung, auf eindringliche Weise den Verlust von Neubrandenburger Kulturgut während der Kampfhandlungen im April 1945 dauerhaft präsentieren.

Ab 24. November ist das Brandzimmer für alle Besucher geöffnet.