Ben Becker in der Neubrandenburger Konzertkirche

Am 08.12.2019 bricht der charismatische Schauspieler mit dem tiefen Bass eine Lanze für den Meistgehassten, Meistverfolgten, den Jünger Jesus, den er küsste und ans Kreuz lieferte. Mit „Ich, Judas“ begibt sich Becker in eine neue Dimension, wie er selbst sagt. „Judas ist mehr als eine Rolle, eine Film- oder Theaterfigur: Judas ist eine Kampfzone, ein Schlacht- und Kraftfeld, aufgeladen mit der Verachtung und Feindseligkeit der Jahrtausende, einem mörderischen Hass, wie die Zeit immer wieder zeigt.“ Hier steht einer auf gegen alle in einem verzweifelten Kampf um späte Gerechtigkeit. Eine gigantische Aufgabe für einen Schauspieler.

Seit der Premiere 2015, die anfangs als einmalige Aufführung gedacht war, bringt Becker mit seinem Plädoyer für einen Geächteten die Zuschauer in Unruhe, erforscht mit eindringlichem Spiel die Unstimmigkeiten einer Geschichte, die mehr geglaubt als befragt wurde. Mit der Stoffvorlage des 2013 verstorbenen großen Literaturhistorikers, Schriftsteller und Gelehrten Walter Jens wird die Rolle des vermeintlichen Verräter Judas Ischariot wortgewaltig hinterfragt, denn ist nicht gerade durch den Verbrecher der göttliche Plan umgesetzt worden: die Erlösung der Menschheit durch das Opfer des Sohnes?

„Ich, Judas“ ist die Korrektur des größten Fehlurteils der Glaubensgeschichte und der Widerruf eines Irrtums, der die Welt gespalten hat. Und so kommt das Stück genau dort zum Vortrag, wo die Fragen des Glaubens und Zweifels, der Erlösung und Verdammnis ihren Ort haben, in Gottes Haus. Die Musik und sakrale Wucht der Orgel, gespielt von Domorganist Andreas Sieling, lassen Ben Beckers Judas-Verteidigung vollends zum bewegten Ereignis werden.

Vorverkaufsstellen:
Ticket-Service Neubrandenburg (Marktplatz 1, 0395-5595127)
Nord-Kurier-Servicepunkt (Medienhaus, Friedrich-Engels-Ring 29)
Nord-Kurier-Ticketservice unter 08004575 033 (Anruf kostenfrei).
Lokalfuchs-Büro, Turmstraße 13, Neubrandenburg
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Psychologin analysiert Kunst

„Prof.Art“, ein Kooperationsprojekt zwischen Hochschule Neubrandenburg und Kunstsammlung Neubrandenburg, hat sich zu einer beliebten Veranstaltungsreihe entwickelt, die bereits seit drei Jahren besteht. Das liegt sicher daran, dass jeder Abend einmalig ist: Professorinnen und Professoren suchen sich aus dem Bestand der Kunstsammlung von ca. 7.800 Werken ein oder mehrere Werke aus. Ihre individuellen Reflexionen zu dem Kunstwerk aber auch ihre Fachkompetenz ist für die Gäste äußerst anregend. Nach dem etwa 30-minütigen Referat können die Ausstellungen der Kunstsammlung besucht und im Foyer ein guter Tropfen genossen werden.

Die 13. Auflage bestreitet Professorin Barbara Bräutigam, Professorin für Psychologie, Beratung und Psychotherapie im Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung am 14. November 2019. Beginn ist 18:00 Uhr in der Kunstsammlung Neubrandenburg, Eintritt: 6,00 €, ermäßigt: 3,00 €, Studierende: frei

www.hs-nb.de/hochschule/aktuelles/profart/
www.kunstsammlung-neubrandenburg.de/veranstaltung/

Jugendkunstschule trifft Kunstsammlung

Für Kinder und Jugendliche, die kreative Ideen haben, aber noch nach Räumen oder Mitstreitern für deren Umsetzung suchen, bietet die Jugendkunstschule Junge Künste seit diesem Herbst zahlreiche Offene Werkstätten in Neubrandenburg an. Um diese auch für Familien mit kleinem Geldbeutel zugänglich zu machen, werden bei fast allen Angeboten maximal Materialkosten berechnet. Die Teilnahme ist anmeldefrei.

Seit Oktober gibt es zum Beispiel den Kunstclub, ein Kooperationsprojekt mit der Kunstsammlung. Immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr können Interessierte die Galerien in der Großen Wollweberstraße besuchen und sich beim kreativen Schaffen durch die aktuelle Wehrli-Ausstellung „Kunst aufräumen“ inspirieren lassen.

Ausführliche Informationen unter www.junge-kuenste.de/project/neu-offene-werkstaetten/ oder telefonisch unter 0395 77 82 48 22.

populi potentia – wundert euch nicht! Sanders-Jubiläumsjahr erreicht seinen Höhepunkt

Torsten Harder

Das Daniel-Sanders-Jahr geht seinem Ende entgegen – und wartet mit seinen Höhepunkten auf. Am Freitag, den 8.11.2019 wird um 19:30 Uhr in der Aula des Gymnasium Carolinum das konzertante Musical „populi potentia – wundert euch nicht“ uraufgeführt. Torsten Harder hat sich in den letzten Monaten mit Sanders‘ „Xenien der Gegenwart“ beschäftigt und daraus ein aufregendes Musical komponiert. Die alten Sanders-Texte übersetzt Harder in Pop, Rock, Blues und Klassik und lässt sie von einem einmaligen Projektchor und Sprechern vortragen.

Eine erstklassige Crossover-Band sorgt für das musikalische Fundament des Werkes. Gesang, Sprache, Tanz, Licht und Musik entfachen ein Feuerwerk der Sinnlichkeit. Dieses grandiose Zusammenspiel trägt Sanders gesellschaftskritische Schriften in unsere heutige Zeit. „Ich will mit dem Musical wachrütteln“ beschreibt Harder sein Werk. Auf überraschende Weise verdeutlicht es, wie frech, ironisch, witzig und gleichzeitig bitter ernst Sanders‘ Texte waren und welche Aktualität ihnen noch heute innewohnt. Die Trägerschaft für das Musical liegt beim Kulturquartier. Gefördert wurde das Projekt durch den Fond „Demokratie leben“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die zweite Aufführung des Musicals findet am Freitag, den 13.12.2019, in der Stadtkirche Neustrelitz statt. Für beide Aufführungen erhalten Sie Karten im Kulturquartier in der Schlossstraße 12/13 und im Theaterservice in der Strelitzer Straße 38. Für Jugendliche bis 17 Jahren ist der Eintritt frei. Ab 18 Jahren kostet der Eintritt 12€, ermäßigt 5€.

Einen weiteren Höhepunkt des ausklingenden Sanders-Jahres bildet die öffentliche Festveranstaltung am 16.11.2019, die von 16 bis 20 Uhr im Kulturquartier stattfindet. Seit 25. Oktober 2019 wird im Kulturquartier außerdem nochmal die Daniel Sanders-Ausstellung präsentiert (voraussichtlich bis Mitte Dezember). Im Rahmen der Festveranstaltung am 16.11.2019 bietet Christoph Poland ab 15 Uhr für alle Interessierten Führungen durch die Ausstellung an.

Teilnehmer der Jugendkunstschule räumen in der Kunstsammlung auf

Aufräumen? Wenn es darum geht, wie bei der gleichnamigen Ausstellung in der Neubrandenburger Kunstsammlung, Kunst aufzuräumen, dann ist das für die jungen Teilnehmerinnen des wöchentlich stattfindenden Kunstclubs kein Problem.

In Kooperation mit der Jugendkunstschule „Junge Künste“ können Kinder und Jugendliche immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr in der Kunstsammlung kreativ werden. Inspiration bringen die aktuellen Ausstellungen. Gerade macht Ursus Wehrli vor, wie Gemälde von Kandinsky, van Gogh oder aber eine Badewiese und das letzte Mittagessen ordentlich aufgeräumt werden können. Sieht man die Bilder, kann man schnell Lust bekommen, selbst kreative Ordnung zu stiften.

So ging es jedenfalls den Teilnehmerinnen des Kunstclubs. Auf diese Weise entstand schon einige „aufgeräumte Kunstwerke“. Geplant ist auch, das Ende Dezember einige Ergebnisse zur Ausstellung „meiNlBild“ in der Kunstsammlung gezeigt werden. Kinder und Jugendlich, die Lust haben, kreativ zu werden, sind noch bis Mitte Dezember herzlich in den Kunstclub eingeladen.

Neben dem Kunstclub gibt es in der Jugendkunstschule auch noch viele weitere offene Werkstätten in den Fachbereichen Musik, Medien, Textil/Nähen, Keramik, Literatur und Theater. Informationen dazu gibt es im Internet unter www.junge-kuenste.de oder telefonisch: 0395 77824822. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.

Kunst am Bau: Das architektonische Erbe der DDR

Zum künstlerischen und architektonischen Erbe der DDR gehören die vielfältigen Kunstwerke an Gebäuden und im öffentlichen Raum. Die Arbeiten von zahlreichen Künstlern wie beispielweise Erhard Großmann oder Wolfram Schubert sind auch heute noch – fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung – in Neubrandenburg zu entdecken.

Der Architekt und Fotograf Martin Maleschka stellt am Donnerstag, 24. Oktober, um 19 Uhr in der Hochschule Neubrandenburg (Hörsaal 2, Brodaer Str. 2) seine Veröffentlichung „DDR. Baubezogene Kunst“ vor und berichtet über diese Kunst am Bau sowie ihre verblichenen Überreste in der Gegenwart. Durch Sanierungen oder Abriss sind seit der Wiedervereinigung viele Arbeiten verloren gegangen. Sie wurden übermalt, abgetragen und eingelagert oder vernichtet.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes „Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“ statt, das am Regionalmuseum Neubrandenburg beheimatet ist und durch den Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.

Herbstferien in der Jugendkunstschule

Wer in den Herbstferien gerne nähen, töpfern, gestalten oder Theater spielen möchte, ist bei der Jugendkunstschule „Junge Künste“ genau richtig. Im Haus der Jungen Künste (An der Hochstraße 13) werden viele interessante Kurse für kreative Kinder und Jugendliche angeboten.

Vom 7. bis 9.10. können von 9:30 bis 12 Uhr Futterstationen für hungrige Piepmätze gebaut werden. Im Schneiderkosmos lernen Kinder am 7. und 8.10. mit der Nähmaschine Bilder auf Stoff zu nähen. Am 9.10. geht es farbenfroh weiter: von 14 bis 17 Uhr werden hier T-Shirts bemalt. Auch bei dem Kurs Seidenmalerei am 10. und 11.10. werden von 9 bis 16 Uhr Textilien bunt gestaltet. Beim Fotokurs am 10. und 11.10. lernt man von 10 bis 16 Uhr von einer professionellen Fotografin, wie Portraits fotografiert werden.

Wen die Welt der Schauspielerei fasziniert, der ist beim Schwarzen Theater genau richtig. Wer mitmachen möchte, kann sich für den 7. oder 9.10. von 9:30 bis 12 Uhr in der Poststraße 4 anmelden.

Auch der Fachbereich Keramik öffnet in den Ferien am Juri-Gagarin-Ring 35 seine Türen. Am 10.10. können Kinder, Eltern und Großeltern wie jeden Donnerstag zur offenen Werkstatt kommen und dort eigene Tonobjekte mittels Aufbautechnik herstellen. Am Freitag, den 11.10. besteht die Möglichkeit, vorgefertigte Tassen, Teller und Krüge mit Glasuren bunt zu bemalen.

Anmeldungen sind per Telefon (0395 77824822) oder per Mail an info@junge-kuenste.de möglich. Weitere Informationen zu den Kursen gibt es außerdem auf www.junge-kuenste.de/ferien/.