Kinder vorm Bildschirm: Wann ist genug?

Internet-ABC-Umfrage: Wie Eltern die „Medienzeiten“ ihrer Kinder regeln

Die Frage, wie viel Zeit Kinder vor dem Bildschirm verbringen dürfen, sorgt in vielen Familien immer wieder für Diskussionen. Das Medienkompetenz-Portal Internet-ABC (www.internet-abc.de) hat Eltern gefragt, ob sie die „Medienzeiten“ ihrer Kinder festlegen. Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigen, dass es in den meisten Familien (66 %) feste Regeln gibt, wie lange Kinder Handy, Fernseher und Konsole täglich nutzen dürfen. Auch Kindermedienexperte Thomas Feibel spricht sich im Interview dafür aus, dass Eltern Medienzeiten ihrer Kinder begrenzen.

In den meisten Familien, die sich an der Befragung des Internet-ABC beteiligt haben (66 %), gelten bei dem Thema feste Vereinbarungen: Rund jeder fünfte Befragte (21,1 %) gibt an, genau darauf zu achten, dass die vereinbarten Zeiten für TV, Computer und Smartphone auch eingehalten werden. 44,9 % der Eltern erklären, dass es bei ihnen Zuhause zu dem Thema klare Verabredungen gibt, Ausnahmen aber immer wieder zugelassen werden. Keine festen Regeln gelten bei rund einem Drittel der Eltern (31,6 %). Der Großteil dieser Gruppe stimmt jedoch der Aussage zu „keine fixen Vereinbarungen“ zu treffen, „aber wenn es zu viel wird, schreite ich ein“ (11,9 %). „Nein, bei uns gibt es keine zeitliche Regelung“ geben 5,8 % der Befragten an. 3,7 % setzen bei dem Thema auf das Prinzip Selbstbestimmung. Hier gilt: „Das Kind regelt das schon für sich selbst.“

Auch die Kommentare der Eltern zur Internet-ABC-Umfrage belegen, dass das Thema „Medienzeiten“ in vielen Familien ein Thema mit hohem Konfliktpotenzial ist. Bei der Art und Weise, wie Eltern mit diesem „Streitthema“ umgehen, gibt es allerdings eine große Bandbreite: Sie reicht über eine gewisse Ratlosigkeit und Frustration bei Eltern bis dahin, dass sie Diskussionen mit ihren Kindern über das Thema Medienzeit als positiv und wünschenswert betrachten. Mehrere Eltern geben an, es sei ihnen wichtig, dass Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen. Sie sind der Ansicht, strenge Verbote seien eher kontraproduktiv und verhinderten, dass Kinder einen souveränen Umgang mit Medien erlernten.

Konflikte zwischen Eltern und Kinder sind aus Elternperspektive aber eben auch normal. Wichtig dabei sei für Eltern, mit ihren Kindern im Austausch zu bleiben.

Diesen Grundsatz unterstreicht auch der Kindermedienexperte Thomas Feibel. Strikte Verbote: Nein! Gemeinsam erstellte Regeln: Ja! Wichtig sei, dass gemeinsam vereinbarte Regelungen auch eingehalten werden – selbst wenn es hierbei immer wieder zu Machtkämpfen zwischen Eltern und Kinder kommen kann. „Wer eine halbe Stunde zusagt, muss auch das Ende einfordern und durchsetzen“, sagt Thomas Feibel. „Dabei können Eltern Haltung zeigen, denn Kinder wollen Autorität, auch wenn sie das nicht zugeben würden.“ (Interview)

Mehr Informationen unter www.internet-abc.de/pm-medienzeiten

Fragen und Antworten bei der Mediennutzung:
Unterstützung bei ihren alltäglichen Fragen rund um die Medienerziehung erhalten geforderte Eltern mit der Broschüre „Internet gemeinsam entdecken“ des Vereins, kostenfrei bestellbar unter: www.internet-abc.de/broschuere-internet-gemeinsam-entdecken.
Gemeinsam Regeln finden:
Unterstützen kann hier der Mediennutzungsvertrag von Internet-ABC und der EU-Initiative klicksafe unter www.mediennutzungsvertrag.de.

Kindermedienexperte Thomas Feibel zum Thema „Feste Medienzeiten für Kinder“

„Wer eine halbe Stunde zusagt, muss auch das Ende einfordern und durchsetzen.“

Der Kindermedienexperte Thomas Feibel (Journalist, Büro für Kindermedien, Berlin) erklärt im Interview mit dem Internet-ABC, warum es sinnvoll ist, dass Eltern ihren Kindern zeitliche Limits setzen, warum Eltern eine klare Haltung zeigen sollten und was man tun kann, um Kindern das „Aufhören“ zu erleichtern.

Warum sollte das Spielen am Handy, Tablet oder PC eigentlich zeitlich begrenzt werden?
Vielen Eltern geht es darum, dass Kinder sonst andere Interessen oder Pflichten vernachlässigen. Dieser Verdacht ist auch nicht ganz unbegründet: Gerade junge Kinder geraten von diesen Medien in einen starken Sog. Ähnlich wie beim Fernsehen können sie sich dem nicht entziehen. Sie verlieren jegliches Zeitgefühl. Dazu kommen noch der enorme Druck, die spielerische Herausforderung zu meistern, und die große Anspannung, an einer kniffligen Stelle zu scheitern. Übrigens finden viele Kinder auch kein Spielende, weil sie mit anderen online zu verabredeten Zeiten spielen oder weil eben viele Spiele gar kein Ende haben. Deswegen müssen Eltern bei dem Erstellen von Zeitlimits genau hinsehen, um was für ein Spiel es sich handelt.

Mein Kind will einfach nicht aufhören – was kann ich tun?
Wer eine halbe Stunde zusagt, muss auch das Ende einfordern und durchsetzen. Natürlich macht es keinen Spaß, wenn das Geschrei groß ist. Aber neben dem Theater wegen dem Spielende, geht es auch immer um eine zweite Ebene: der Machtkampf. Das ist ein schwieriges Thema, denn Eltern sollten eigentlich ihre Macht nicht ausspielen – dies demonstriert dem Kind seine Ohnmacht. Doch beim Beenden des Spiels geht es uns um den Schutz und nicht ums Prinzip. Dabei können Eltern Haltung zeigen, denn Kinder wollen Autorität, auch wenn sie das nicht zugeben würden. Allerdings eine Autorität, die auch mit Herz und Güte reagiert. Wenn diese Zeiten also begrenzt werden, dann um das Kind zu schützen. Vor übermäßigem Medienkonsum, aber auch vor sich selbst.

Wie vermeide ich ständige Diskussionen rund um die Medienzeiten des Kindes?
Diskussionen lassen sich nie vermeiden, bei keinem Thema. Wenn Kinder älter werden, stellen sie vieles in Frage und loten ihre Grenzen ständig neu aus. Das ist ganz normal, auch wenn es Eltern eher als anstrengend erleben. Gemeinsam vereinbarte Zeiten helfen, wobei der Schwerpunkt auf „gemeinsam“ liegt. Ich rate da zum sanften Beenden: Zehn Minuten vor dem vereinbarten Ende kann der Hinweis auf die verbleibenden zehn Minuten helfen, sodass das Ende nicht zu abrupt kommt. Auch eine Möglichkeit ist, danach etwas mit dem Kind zu unternehmen. Das kann ein Gang auf dem Spielplatz, ein Brettspiel oder Vorlesen sein. Wenig hilfreich hingegen ist die Aussicht auf Hausaufgaben, die sollten vor dem Spiel erledigt werden.

Das Interview führte Michael Schnell, Internet-ABC, www.internet-abc.de

Das Internet-ABC ist ein spielerischer Ratgeber für den Einstieg ins Internet. Als Kompass zur Orientierung bietet es praxisnahe und leicht verständliche Informationen über den sicheren Umgang mit dem World Wide Web. Die Plattform richtet sich an Kinder von fünf bis zwölf Jahren und auf eigenen Seiten an Eltern und Pädagogen. Die Website ist nicht kommerziell, sicher und werbefrei.

Das Projekt Internet-ABC wird vom gleichnamigen, gemeinnützigen Verein Internet-ABC e.V. getragen, dem unter Vorsitz der Landesanstalt für Medien NRW alle deutschen Landesmedienanstalten angehören. Fördermitglieder sind die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz, der Deutsche Kinderschutzbund e.V., die Evangelische Kirche in Deutschland, die Initiative D21 e.V. und die Stiftung Digitale Chancen. Die Projektplattform Internet-ABC wird vom Verein Internet-ABC e.V. in Zusammenarbeit mit dem Grimme-Institut, Marl umgesetzt.

Für seine medienpädagogische Arbeit wurde das Internet-ABC in der Vergangenheit bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als erste deutsche Einrichtung mit dem internationalen King-Hamad-bin-Isa-Al-Khalifa-Preis der UNESCO, dem Deutschen Bildungsmedienpreis digita und der Comenius-EduMedia-Medaille.

200.000 Euro für die Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern – MMV fördert auch 2019 viele Projekte

Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV) fördert in diesem Jahr knapp 20 Projekte im ganzen Land, in denen Medienbildung und Medienkompetenz vermittelt werden. Das hat der Medienausschuss Mecklenburg-Vorpommern (MAMV), das Entscheidungsgremium der Medienanstalt, auf seiner Sitzungen am 30. Januar 2019 entschieden. Für das Jahr 2019 stehen insgesamt rund 200.000 Euro zur Verfügung.

Gefördert werden Medien-Projekte u.a. über das Internet, Computerspiele und die sogenannten sozialen Netzwerke, ebenso Seminare über Datenschutz, Mediensucht und Cybermobbing.

Unterstützt werden auch Projekte, in denen Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Seniorinnen und Senioren den praktischen Umgang mit Kameras, Licht und Aufnahmegeräten erlernen, um dann Fernseh- und Filmbeiträge beziehungsweise eigene Radiosendungen zu produzieren, die auch in den Programmen der Offenen Kanäle des Landes gesendet werden können. Dabei lernen sie u.a., wie unterschiedliche Medien funktionieren, wie man kritisch mit Medien umgehen sollte und welche medialen Manipulationen möglich sind.

Die Vermittlung von Medienkompetenz ist eine der wichtigsten Aufgaben der Medienanstalt M-V. Auch aufgrund der „Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Medienkompetenz in Mecklenburg-Vorpommern“, die im April 2015 zwischen der Staatskanzlei M-V, dem Innenministerium M-V, dem Bildungsministerium M-V, dem Sozialministerium M-V, dem Landesdatenschutz M-V und der Medienanstalt geschlossen wurde, gibt die MMV mit ihrer Medienkompetenz-Förderung viele medienpädagogische Impulse im Land. Allein im Jahr 2018 wurden 17 Projekte mit insgesamt ca. 200.000 Euro unterstützt.

Medienkompetenz-Preis M-V 2019: Ausschreibung abgeschlossen

Zu dem von der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ausgelobten Medienkompetenz-Preis M-V 2019 haben sich in diesem Jahr 31 Projekte aus ganz Mecklenburg-Vorpommern beworben. Die meisten Einreichungen kommen aus Rostock (fünf), Greifswald (drei), Wismar (drei) und Güstrow (drei). Daneben sind u.a. aus Schwerin, Ludwigslust, Carpin, Waren (Müritz), Kratzeburg, Demmin, Neubrandenburg, Gnoien, Sassnitz, Bad Sülze, Ribnitz-Damgarten, Tessin und Lärz Projekte eingereicht worden.

Ein großer Teil der Projekte beschäftigte sich vorrangig mit der Videoarbeit (17), weitere elf Projekte arbeiteten medienübergreifend, und drei Bewerbende realisierten Audio-Projekte und gehen damit ebenso ins Rennen um den Medienkompetenz-Preis M-V 2019.

Auch in diesem Jahr waren die eingereichten Projekte für die unterschiedlichsten Altersstufen konzipiert. Die Konzepte von 13 Bewerbungen hatten den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Kinder ausgerichtet, elf Projekte wurden hauptsächlich mit Jugendlichen durchgeführt, sechs Projekte richteten sich an Erwachsene oder waren generationenübergreifend angelegt. Ein medienpädagogisches Konzept richtete sich explizit an Menschen, die über 50 Jahre alt waren.

Neben der Vermittlung technischer und sozialer Kompetenzen gab es die vielfältigsten thematischen Schwerpunkte bei den Einreichungen. So setzten sich verschiedene Projekte mit historischen, lokalen und regionalen Stoffen auseinander, andere Projekte verknüpften Medienarbeit mit dem Thema „Berufsorientierung“, weitere Konzepte legten großen Wert auf die Medienreflektion und einen kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit Medien. Auch die Themen „Umweltschutz und Natur“, „Zivilcourage“ oder „Gesellschaftliche Teilhabe durch digitale Medien“ standen in verschiedenen Konzepten im Fokus. Kurze Beschreibungen aller 31 eingereichten Projekte finden sich im Anhang und unter: www.medienkompetenzpreis-mv.de.

Der Medienkompetenz-Preis M-V (dotiert mit insgesamt 3.000 Euro), der seit 2006 alljährlich die innovativsten Medienkompetenz-Projekte in Mecklenburg-Vorpommern prämiert, wird auch 2019 in zwei Kategorien vergeben:
für Außerschulische Projekte (Vergabe: Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern),
für Schulische Projekte (Vergabe: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur).

Am 7. Februar und 8. Februar 2019 wird ein Auswahlgremium alle Projekte sichten und je drei bis fünf Bewerber einer Preisjury vorschlagen. Zur Preisjury gehören in diesem Jahr Katrin Kauer (Medienausschuss Mecklenburg-Vorpommern), Dr. Uwe Dietsche (Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern), Dr. phil. Anja Schwertfeger (Institut für Allgemeine Pädagogik und Sozialpädagogik der Universität Rostock), Dr. Lars Schulhoff (Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung M-V), Corinna Pfaff (Geschäftsführerin des Deutschen Journalisten-Verbandes M-V) und Nadine Berlenbach (Landesinformationsstelle Schülerzeitung, Vertreterin der Gewinnerinnen und Gewinner des Medienkompetenz-Preises M-V 2018).

Die Preisjury wählt die diesjährigen Projekte aus, die auf der Preisverleihung am 25. April 2019 im Lichtspieltheater Wundervoll in Rostock (li.wu. in der Frieda23, Friedrichstraße 23, 18057 Rostock) im Rahmen des Rostocker Filmfestivals im StadtHafen (FiSH) ausgezeichnet werden.

Guter Start ins Internet für Kinder: Alles neu auf seitenstark.de

Schon seit 15 Jahren finden Kinder mit „Seitenstark“, dem Zusammenschluss von über 50 Kinderinternetseiten, attraktive Online-Angebote im Web. Zu Jahresbeginn präsentiert Seitenstark sich und die multimedialen Angebote der Kinderwebseiten im modernen, neuen Design und für alle Endgeräte optimiert. Ob auf dem PC, dem Tablet oder Smartphone – Kinder finden über die neue seitenstark.de schnell und leicht Zugang zu vielen geprüften Kinderseiten.

Die „Themenwelt“ gibt den Kindern schnell einen guten Überblick und führt sie auf direktem Weg zu den Spielen, Filmen, Audios, den Lern- und Mitmachangeboten der seitenstarken Kinderseiten. Ganz neu ist ein moderiertes Kinderforum zum sicheren Austausch. Hier können Kinder Fragen stellen und miteinander ins Gespräch kommen. Das „Thema der Woche“ greift Themen aus der Welt der Kinder auf und weist damit den Weg zu weiterführenden Informationen auf den verschiedenen Kinderseiten. Der Menüpunkt „Internet“ hält Angebote bereit, die Kinder auf ihre Erkundungen im Internet vorbereiten und Medienkompetenz fördern. Dazu gehören die „WWWas-Fragen“, die Antworten auf alles geben, was Kinder immer schon zum Internet wissen wollten.

Für Erwachsene gibt es einen eigenen Bereich. Pädagogischen Fach- und Lehrkräften bieten „Multimediale Bildungsangebote“ schnellen Zugang zu verschiedensten (Lern-)Angeboten, die sich für den Einsatz in der Grundschule, in den Klassen 5 bis 6 und in der außerschulischen Bildung eignen.

Bewegtbild im Netz – FLIMMO-Special zum Safer Internet Day

Was hat es mit der „Bird Box Challenge“ auf sich? Warum ist dieser YouTube-Trend für Kinder bedenklich? Wie kann man Streaming-Dienste wie Netflix, maxdome oder Amazon Prime möglichst kindgerecht einrichten? Kinder und Jugendliche sehen immer mehr Videos, Filme und Serien über das Internet. Das stellt Eltern vor ganz neue Herausforderungen und Probleme. Anlässlich des Safer Internet Days am 05.02.2019 – dem weltweiten Aktionstag für mehr Sicherheit im Netz – weist FLIMMO in einem Online-Special darauf hin, welche Gefahren und Risiken „Fernsehen im Netz“ mit sich bringt und wie Eltern damit umgehen können.

Was im linearen Fernsehen etwa über Sendezeitgrenzen geregelt ist, bleibt bei Streaming-Angeboten wie Netflix oder Amazon Prime weitgehend der Verantwortung der Eltern überlassen. Sie müssen selbst aktiv werden und Maßnahmen treffen, um Kinder vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. FLIMMO hilft hier mit Tipps zu Sicherheitseinstellungen bei bekannten Videoportalen und weiteren Hinweisen, wie Streaming-Dienste sicherer genutzt werden können.

Besonders beliebt sind bei Kindern und Jugendlichen Videos auf Social-Media-Plattformen wie YouTube, Instagram oder Tik Tok. Auch hier gibt es Risiken, denen sich Eltern bewusst sein sollten. FLIMMO empfiehlt: Neben technischen Sicherheitseinstellungen sind vor allem gemeinsame Absprachen und klare Regeln hinsichtlich der Nutzung von Videos im Internet ein guter Anfang.

Weitere Informationen und Tipps für Eltern zum Umgang mit Netflix, YouTube und Co. sind hier zu finden: www.flimmo.de/SID19

Polizei warnt vor dem sogenannten Cyber-Grooming – WhatsApp-Nachrichten mit kinderpornografischen Inhalten im Umlauf

Die Polizei möchte ausdrücklich vor einem vermehrten Aufkommen des sogenannten Cyber-Groomings warnen. Dabei wird insbesondere zu Kindern in sozialen Netzwerken zunächst ein Vertrauensverhältnis (das Grooming = vorbereiten) aufgebaut, welches schließlich dazu genutzt wird, an Aufnahmen mit teilweise kinderpornographischen Inhalten zu gelangen.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg sind in den vergangenen Tagen vermehrt WhatsApp-Nachrichten mit sexuellem Hintergrund an Kinder verschickt worden. Nach unserem bisherigen Kenntnisstand sind die Betroffenen allesamt Mädchen im Alter zwischen zehn und elf Jahren. Sie wurden von unbekannten Tatverdächtigen, die sich teils als angeblich weibliche, 18 Jahre alte Person ausgaben, aufgefordert, Nacktbilder und Videos von sich zu verschicken.

Die Polizei appelliert in diesem Zusammenhang eindringlich an die Eltern und andere Familienangehörige: Sprechen Sie mit Kindern über diese Masche. Machen Sie Kindern und Jugendlichen klar, dass sie niemals auf solche Nachrichten reagieren und sich nicht unter Druck setzen lassen sollten. Erklären Sie Ihren Kindern, wie rasend schnell sich Bilder in Netzwerken verbreiten. Ihre Kinder sollten niemals (Nackt-)Bilder von sich selbst oder Freunden machen und diese womöglich noch verschicken – auch nicht an ihnen bekannte Personen. Oft sind sich Kinder der Tragweite ihres Handelns gar nicht bewusst.

Reden Sie mit Kindern auch über eine mögliche Beeinflussung durch die Zugehörigkeit zu „WhatsApp-Freundesgruppen“. Hierbei besteht die Gefahr, dass ein „realer“ Freund auf die Aufforderungen eingeht und seine „Gruppe“ auffordert, ebenfalls „mitzumachen“. Wer eine wie oben beschriebene Aufforderung auf dem Handy bekommen hat, braucht keine Scham zu haben. Im Gegenteil: Betroffene sollten sich unbedingt an die Eltern oder andere erwachsene Vertrauenspersonen wenden und diese über entsprechende Nachrichten informieren. Nacktbilder von Kindern zu fordern ist strafbar! Einschlägig dazu ist der § 176 (4) StGB – Sexueller Missbrauch von Kindern. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei!

Helfen Sie Ihren Kindern, indem Sie die richtigen Einstellungen bei WhatsApp vornehmen. Verbergen Sie die Profilinformationen für unbestätigte Nutzer. Sollte Ihnen ein Profil nicht geheuer erscheinen, blockieren Sie es! Sie können Nutzer auch melden. Tippen Sie dazu auf den Nutzer-Namen, scrollen Sie ganz hinunter und gehen Sie auf „Kontakt melden“. Nähere Informationen und Tipps gibt es unter www.klicksafe.de

Gleichzeitig macht die Polizei darauf aufmerksam, dass der Nachrichtendienst WhatsApp selbst im Zuge der neuen EU-Datenschutzverordnung das Mindestalter für seine Nutzer auf 16 Jahre angehoben hat.

Echt jetzt? Neue Runde von Dschungelcamp, Bachelor, DSDS & Co. gestartet

Was ist bei Reality- und Casting-Shows für Kinder problematisch? Was können Eltern machen?

Zickenkriege, Ekelprüfungen und jede Menge schräge Typen. Wie immer beginnt das Fernsehjahr mit Reality- und Casting-Formaten, die wieder für Diskussionen und Einschaltquoten sorgen: Am heutigen Freitag geht die 13. Staffel von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“, besser bekannt als „Dschungelcamp“ an den Start. „Der Bachelor“ und „Deutschland sucht den Superstar“ laufen bereits. „Germany‘s next Topmodel“ schickt ab 7. Februar die Mädchen wieder über den Laufsteg.

Was alle Sendungen gemeinsam haben: die Frage nach dem, was echt und was inszeniert ist. Selbst Erwachsene können oft nicht durchschauen, was an einer „Dschungelprüfung“ real ist oder ob ein Streit zwischen Kandidaten manipuliert wurde. Jüngere Zuschauer dürften damit noch größere Schwierigkeiten haben. Und gerade bei denen erfreuen sich Reality-Sendungen nach wie vor großer Beliebtheit. Späte Ausstrahlungstermine im Fernsehen können nicht immer verhindern, dass Kinder zusehen. Vieles ist über Mediatheken, begleitende Angebote im Internet oder Apps abrufbar. Die umfangreiche Berichterstattung auf Social-Media-Plattformen, im Fernsehen, in Printmedien oder im Internet macht Kinder neugierig. Sie wollen auch mitreden, wenn die neuesten Peinlichkeiten und Ekelbilder am Schulhof diskutiert werden.

Viele Eltern sind unsicher, wie sie mit diesen polarisierenden Sendungen umgehen sollen. FLIMMO gibt einen Überblick und zeigt auf, was an den unterschiedlichen Sendungen problematisch ist. Im Dschungelcamp etwa stehen häufig Streitereien, intime Geständnisse oder ekelige Prüfungen im Mittelpunkt. Bei Deutschland sucht den Superstar werden zum Beispiel Kandidaten oft zur Unterhaltung der Zuschauer bloßgestellt und lächerlich gemacht. In Der Bachelor und bei Germany‘s next Topmodel wird ein fragwürdiges Frauenbild vermittelt.

Mehr zu den einzelnen Sendungen sowie Tipps für Eltern zum Umgang damit unter www.flimmo.tv.

Sommerhitze machte den Museen zu schaffen

Der Rekordsommer 2018 hat den Museen des Landes durchaus zu schaffen gemacht. Laut einer Umfrage des Museumsverbandes Mecklenburg-Vorpommern gingen die Besucherzahlen in vielen Häusern aufgrund des sehr heißen und trockenen Wetters deutlich zurück, obwohl deren Angebote wie immer äußerst abwechslungsreich waren. So gab es spannende Sonderausstellungen, einige Eröffnungen neuer Ausstellungsbereiche, interessante Ankäufe und wissenschaftliche Konferenzen.

Im Ozeaneum Stralsund etwa reichte auch die Modernisierung des Großbeckens nicht aus, um die wetterbedingten Einbußen zu kompensieren. Im Kulturhistorischen Museum Rostock konnte allerdings der allgemeine Trend mit der Sonderschau „Rostock. Jetzt 800. Die Ausstellung zum Stadtjubiläum“, zu der alleine rund 55.000 Besucher kamen, durchbrochen werden.

Weitere interessante Sonderausstellungen vermeldeten u.a. das Lilienthal-Museum Anklam („Traum und Erwachen“ zu Fotografien Lilienthals), das Hans-Fallada-Museum Carwitz („Sonst nichts Neues! Die Feldpostbriefe des Ulrich Ditzen“), das phanTECHNIKUM („ForscheFuchs. Eine Erlebnisausstellung für Spürnasen und helle Köpfe“) oder das „Stralsund Museum“, in dem nicht weniger als sieben Sonderausstellungen stattfanden.

FLIMMO-Weihnachtsspecial jetzt online – TV-Highlights und Streaming-Tipps für Kinder und die ganze Familie

Weihnachtszeit ist Familienzeit und die verbringen Groß und Klein auch gerne zusammen vor dem Bildschirm. Ob Weihnachtsklassiker oder Filmpremieren, das Angebot rund um die Feiertage ist verlockend groß und unüberschaubar. Um Eltern die Auswahl zu erleichtern, hat FLIMMO in einem Online-Special Sehenswertes im Fernsehen und auf Streaming-Portalen zusammengestellt. Für jedes Alter ist etwas dabei. Da aber nicht alles für Kinder in Frage kommt, weist FLIMMO auch darauf hin, was sie lieber nicht sehen sollten.

Märchen, Animationen oder Klassiker aus der eigenen Kindheit: Was eignet sich für welches Alter? Bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren kommen kurze Geschichten über Freundschaft und Zusammenhalt gut an. Fantastische und märchenhafte Abenteuer finden bei Grundschulkindern großen Anklang. Für Ältere darf es mit Magie und ungewöhnlichen Helden schon richtig spannend werden. Geschichten mit originellen Figuren und witzigen Dialogen versprechen Unterhaltung für die ganze Familie und bieten im Anschluss Gesprächsstoff zwischen Groß und Klein.

Für Diskussionen können in diesen Tagen auch Mediengeschenke sorgen, die bei vielen Kindern ganz oben auf der Wunschliste stehen. Wie lange darf das neue (Kinder-)Tablet genutzt werden? Welche Spiele kommen auf die Konsole? Was beim Umgang mit Mediengeschenken beachtet werden sollte und weitere Tipps zur Medienerziehung finden Eltern unter www.flimmo.tv/weihnachten