Musterbriefe helfen bei Ärger mit dem Telefon- oder Internetanbieter

Rund jeder Dritte gibt in einer aktuellen Umfrage an, innerhalb der letzten drei Jahre Ärger mit einem Internet-, Festnetz- oder Mobilfunkvertrag gehabt zu haben. Die Verbraucherzentralen bieten nun einen kostenlosen Online-Service an, mit dem Betroffene ihre Rechte von den Unternehmen einfordern können. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) fördert das innovative Projekt.

Rund 40 Prozent der Befragten erhielt die gebuchte Leistung nicht wie vereinbart und rund 30 Prozent hatten Probleme bei der Kündigung ihres Vertrages. Hinzu kommen weitere Schwierigkeiten wie ungewollte Abo-Kosten oder eine nicht nachvollziehbare, beziehungsweise zu hohe Telefonrechnung. Für alle diese Themen können Verbraucher mit dem neuen Service anhand von vorgegebenen Fragen zu ihrem Fall kostenlos den passenden Brief an das Unternehmen erstellen und ihre Rechte einfordern.

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Kündigungstermin 30.11. nicht verpassen: Wechsel der Kfz-Versicherung kann bares Geld wert sein

Die meisten Autoversicherungen gelten für ein Kalenderjahr. Es kann aber auch vorkommen, dass die Vertragslaufzeit mit dem Erwerb beginnt. Was im Einzelfall gilt, kann man dem Versicherungsvertrag entnehmen.

Der Vertrag verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er i.d.R. nicht einen Monat vor Ablauf gekündigt wird. Deshalb muss in den meisten Fällen bei einem beabsichtigten Wechsel die Kündigung bis spätestens 30. November beim Versicherer vorliegen. Darüber hinaus besteht ein Sonderkündigungsrecht, wenn Versicherungsnehmer für das Jahr 2020 eine Beitragserhöhung erhalten, ohne dass sich der Leistungsumfang verbessert. Dann kann man innerhalb eines Monats nach Erhalt dieser Mitteilung kündigen. ZumBeispiel erhält man das Erhöhungsschreiben Ende November, kann noch bis Ende Dezember gekündigt werden.

Nach der aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest liegen oft hunderte Euro zwischen dem günstigsten und dem teuersten Versicherer. Den vollständigen Test, dieser bezieht fast alle Kfz-Versicherer ein, findet man in der Novemberausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ oder im Internet unter Stiftung Warentest „Kfz-Versicherung“.

Seit Versicherer Tarife auch danach kalkulieren, ob das Auto in einer Garage steht, ob auch mal die Kinder am Steuer sitzen, und es auch belohnen, wenn der Kunde nach einem Unfall die vorgegebene Werkstatt aufsucht, ist es ratsam, sich die Bedingungen des Vertrags sorgfältig anzuschauen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.verbraucherzentrale-mv.eu/haftpflicht-und-kasko

Auch eine persönliche, anbieterunabhängige Beratung ist in den Beratungsstellen in Rostock, Schwerin und Neubrandenburg möglich.

Wie steht es um die Betroffenenrechte gemäß der Datenschutzgrundverordnung? Erfahrungen der Verbraucher sind gefragt

Mit einer bundesweiten Umfrage möchten die Verbraucherzentralen ermitteln, welche Erfahrungen Verbraucher bisher mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gemacht haben. Das Inkrafttreten der DSGVO am 25. Mai 2018 hat die Definition der „personenbezogenen Daten“ deutlich erweitert. Außerdem wurden neue Informationspflichten und Betroffenenrechte festgelegt.

„Datenverarbeiter sind verpflichtet, einfach, knapp und verständlich darüber zu informieren, wer welche Daten verarbeitet und zu welchen Zwecken. Außerdem ist anzugeben, woher die Daten kommen und an wen diese weitergegeben werden“, sagt Stephan Tietz, Jurist bei der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Wenn Verbraucher sich nicht sicher sind, welche Daten von ihnen gespeichert wurden, sollten sie von ihren Auskunftsrechten Gebrauch machen. Verbraucherschützer Stephan Tietz rät auch, sich nicht zu scheuen, die Berichtigung der Daten oder die Löschung unnütz gespeicherter Daten zu verlangen.

Doch wie ergeht es Verbrauchern, wenn sie bei Vertragspartnern oder anderen Unternehmen Auskunft über die von ihnen gespeicherten personenbezogenen Daten einholen wollen? Werden ihre Betroffenenrechte beachtet oder treten Probleme auf? Die Verbraucherzentralen rufen dazu auf, eigene Erfahrungen zu schildern. Die Umfrage zu den Betroffenenrechten läuft noch bis zum 30. November 2019. Der Fragebogen ist unter www.verbraucherzentrale-mv.eu/umfrage-betroffenenrechte abrufbar. Wer Fragen zum Thema hat, kann sich an die örtlichen Beratungsstellen wenden.

Isoflavone für die Wechseljahre: Risiken möglich, Nutzen fragwürdig

Nahrungsergänzungsmittel mit Soja- oder Rotklee-Isoflavonen versprechen Abhilfe bei Wechseljahresbeschwerden. Nachgewiesen ist die Wirkung nicht. Ob isoflavonhaltige Produkte gesundheitlich unbedenklich sind, ist wegen mangelnder Datenlage bisher auch nicht vollständig geklärt. Die Verbraucherzentralen haben in einem Marktcheck 22 isoflavonhaltige Nahrungsergänzungsmittel auf Zusammensetzung, Dosierung und Werbeaussagen hin geprüft. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Produkte überschreitet die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlene maximale Tagesdosis für Isoflavone. Teils wird mit unzulässigen gesundheitsbezogenen Angaben geworben.

Gesundheitsrisiken durch fehlende Höchstmengen

Die EFSA empfiehlt eine maximale tägliche Verzehrsmenge für isolierte Isoflavone von 100 mg für Soja-Isoflavone und 43,5 mg für Rotklee-Isoflavone. Über 60 Prozent der Produkte überschritten diese Werte. Problematisch für die Bewertung ist, dass die EFSA nur Orientierungswerte angibt und diese Werte nur für gesunde Frauen nach den Wechseljahren gelten. Solche Empfehlungen fehlen für Frauen in den Wechseljahren, die meist gezielt in der Produktewerbung angesprochen werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt auch diesen Betroffenen, die Orientierungswerte einzuhalten. Problematisch ist es, wenn zusätzlich täglich sojahaltige Lebensmittel wie Soja-Drinks oder Fleischersatzprodukte auf Sojabasis verzehrt werden. „Weil keine Daten zur Wirksamkeit und zur Sicherheit für Frauen in den Wechseljahren vorliegen, raten wir von diesen Produkten ab“, Sandra Reppe von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Frauen, die an einem östrogenabhängigen Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt sind oder erkrankt waren, rät das BfR von der Einnahme isoflavonhaltiger Nahrungsergänzungsmittel ab.

Wichtige Warnhinweise fehlen

Die Anbieter der überprüften Produkte ignorieren auch den von der EFSA empfohlenen Warnhinweis zur maximalen Einnahmedauer (Produkte mit Soja-Isoflavonen: zehn Monate, Produkte mit Rotklee-Isoflavonen: drei Monate). Das gleiche gilt für den notwendig erachteten Hinweis, vor der Einnahme isoflavonhaltiger Produkte ärztlichen Rat einzuholen. Nur auf einem Produkt waren entsprechende Warnhinweise aufgedruckt.

Werbung mit Gesundheitsversprechen

Sechs Produkte fielen auf wegen unzulässiger gesundheitsbezogener Angaben, z. B. dass Soja-Isoflavone einen positiven Einfluss bei Wechseljahresbeschwerden hätten. Das ist verboten, da die gesundheitliche Wirkung dieser Stoffe nicht nachgewiesen ist. Hinzu kamen Gesundheitsaussagen zu Vitaminen, die von der EU ebenfalls nicht zugelassen sind.

Registrierung mangelhaft

Eine Anfrage beim zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat gezeigt: Über die Hälfte der Produkte war beim BVL nicht registriert und existiert für die Behörden faktisch nicht. Dennoch konnten alle Produkte im Handel oder Internet gekauft werden.

Tipp

Frauen sollten auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem Arzt isoflavonhaltige Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Ein gesundheitsbewusster Lebensstil mit ausreichend Bewegung an der frischen Luft und einer ausgewogenen Ernährung hat auch in den Wechseljahren positive Effekte.

Forderungen

  • Der Gesetzgeber muss verbindliche Höchstmengen für Isoflavone in Nahrungsergänzungsmitteln festlegen.
  • Das bisherige Anzeigeverfahren für Nahrungsergänzungsmittel muss durch eine behördliche Prüfung und Zulassung ersetzt werden.

 

Der ausführliche Ergebnisbericht ist nachzulesen im Internet unter https://www.klartext-nahrungsergaenzung.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/marktcheck-isoflavone-fuer-die-wechseljahre-40843

Vorsicht vor übereilter Unterschrift

Die Verbraucherzentrale M-V weißt aus aktuellem Anlass auf einen wichtigen Aspekt bei in Verkaufsstellen abgeschlossenen Verträgen hin. Wer beispielsweise in den vergangenen Wochen bei Medimax in Stralsund z. B. ein Fernsehgerät kaufen oder einen einfachen Mobilfunkvertrag abschließen wollte, wurde – teilweise durch einen zweiten Mitarbeiter, der sich ins Verkaufsgespräch einbrachte – zu einem weiteren Vertrag mit Vodafone u.a. für HD Fernsehen veranlasst. Dem Kunden, so berichtete ein Verbraucher, wurde dieses Angebot als besonders günstig dargestellt. Die Zusendung der erforderlichen Geräte wurde einem der Betroffenen sogar als „Geschenk“ angekündigt.

Tatsächlich hatten die Verbraucher jedoch einen Vertrag mit Vodafone (für HD Premium Cable und Vodafone Giga TV) über 24 Monate geschlossen. Einen Widerruf lehnt Vodafone mit der Begründung, es handele sich um kein Fernabsatzgeschäft, ab.

Der Tipp der VZMV: Lassen Sie sich bei Ihrem Einkauf keine zusätzlichen Leistungen aufdrängen, die Sie zu erwerben nicht beabsichtigt haben. Wer kurz darauf aus dem Vertrag entlassen werden möchte, kann nur auf die Kulanz des Anbieters hoffen. Für einen im Geschäft geschlossenen Vertrag besteht entgegen der weit verbreiteten Ansicht kein Widerrufsrecht!

Studienbeginn steht bevor – Versicherungssituation überprüfen –

Demnächst startet für viele junge Leute mit dem Studienbeginn ein neuer Lebensabschnitt. Waren diese bisher bei den Eltern mitversichert, trifft dieses nicht mehr generell zu. Außerdem kommen neue Risiken hinzu, für die bislang kein Versicherungsschutz erforderlich war. Hierzu nachfolgend ein paar Tipps der Verbraucherzentrale.

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Verzweifelt gesucht: Fleisch aus besserer Tierhaltung

Das Wichtigste in Kürze: Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen zum Label „Haltungsform“ in Supermärkten und Discountern hat gezeigt:

  • Weniger als zehn Prozent des Fleischangebots stammten von Tieren aus deutlich besseren Haltungsbedingungen im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard.
  • Alte und neue Label nebeneinander im Regal sorgen für Verwirrung.

Die „Haltungsform“ des Handels ist kein Tierwohllabel und ersetzt kein staatliches Tierwohlkennzeichen.

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